Francis Cardinal Arinze Francis Cardinal Arinze
Function:
Prefect of Divine Worship and the Discipline of the Sacraments, Roman Curia
Title:
Cardinal Priest of S Giovanni della Pigna
Birthdate:
Nov 01, 1932
Country:
Nigeria
Elevated:
May 25, 1985
More information:
www.catholic-hierarchy.org
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German 'Eucharistiefeier nicht nur Mahl sondern vor allem auch Opfer'
Jun 21, 2006
Kardinal Arinze predigte zum Abschluß des Kongresses "Freude am Glauben" im überfüllten Fuldaer Dom über die Heiligen Eucharistie und überbrachte Segenswünsche des Papstes.

Fulda (www.kath.net/bpf, 19. Juni 2006) Daß die Solidarität der Gläubigen mit den Hungernden, den Kranken, den Gefangenen, den Alten und anderen bedürftigen Personen „integraler Bestandteil und lebendiger Ausdruck unserer eucharistischen Feier und Gemeinschaft“ seien, hat am Sonntag im Fuldaer Dom Francis Kardinal Arinze (Rom), Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, zum Abschluß des Kongresses „Freude am Glauben“ betont. In einem Gottesdienst im überfüllten Fuldaer Dom überbrachte der Kardinal die Segenswünsche von Papst Benedikts XVI., der den Teilnehmern seine herzlichen Grüße übermittelte und seiner Begleitung im Gebet versicherte. Als Beistand habe Gott seiner Kirche den Heiligen Geist gesandt, der der Geist der Liebe sei und schöpferisch wirke, schreibt Benedikt XVI. weiter. „Der Heilige Geist führt uns in die Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott, in der wir das wahre Leben finden.“ Der Hl. Geist verleihe den Gläubigen die Freiheit der Kinder Gottes, durch die sie eingebunden seien in Gottes Verantwortung für die Welt und die Menschheit. „Derselbe Geist schenkt und garantiert der Kirche die Einheit in Wahrheit und Liebe.“ Der Heilige Vater gab seiner Hoffnung Ausdruck, daß diese Gaben des Heiligen Geistes in allen Angehörigen der verschiedenen geistlichen Gemeinschaften und Bewegungen und in allen Christen stets wirksam sein und ihrem Apostolat neuen missionarischen Schwung verleihen mögen. „Dann seid Ihr auf dem Weg zu Christus und werdet unter der Führung des Nachfolgers Petri und der Bischöfe zu Mitarbeitern an der Heilssendung, die Christus seiner Kirche aufgetragen hat.“

Anschließend legte Arinze die Bedeutung der Heiligen Eucharistie als geistiger Nahrung dar. Dabei unterstrich Arinze, daß die Eucharistie das Sakrament der Erlösung und deren Empfang ein Wunder sei. Des weiteren hob Arinze die soziale Dimension des Kommunionempfangs hervor und machte deutlich, daß für diesen eine angemessene Vorbereitung erforderlich sei.

Jesus Christus selbst habe gelehrt, daß er das Brot des Lebens sei, so der Kardinal zum Auftakt seiner Predigt. Symbolträchtiges Zeichen des „unschätzbaren Geschenks der Hl. Eucharistie“ sei bereits im Alten Testament die Stärkung des Propheten Elia, als er vor seinen Verfolgern in die Wüste geflohen war und ein Engel des Herrn ihn mit den Worten weckte: „Steh auf und iß, sonst ist der Weg zu weit für dich“. Solange die Christen auf Erden pilgerten, sei die Heilige Eucharistie ihre geistige Nahrung und ihr geistliches Getränk. „Das Wunder der Heiligen Kommunion ist immerzu Nahrung für unsere Meditationen“, machte der Kardinal sodann deutlich. Diese wunderbare Gnadengabe werde nur dann Frucht im Leben des Gläubigen bringen, wenn dieser sich auf die Feier der Hl. Eucharistie vorbereite und an ihr teilnehme.

Der katholische Glaube lehre, daß durch das Sprechen der Einsetzungsworte bei der Eucharistiefeier das Brot nicht länger mehr Brot sei, sondern: „Was wir nun vor uns finden, ist der Leib Christi“, so Arinze weiter. Ebenso sei der Wein nicht mehr Wein, sondern Blut Christi geworden. Unter Bezugnahme auf die Lehren des Konzils von Trient erinnerte der Kardinal daran, daß sich der katholische Glaube an die Realpräsenz Christi in der Eucharistie auch im Handeln der Gläubigen zeige, beispielsweise beim Niederknien vor dem Allerheiligsten und der Anbetung des Altarsakramentes, beim Empfang des eucharistischen Segens, bei Prozessionen, Kongresse oder Studientagen zu Ehren der Hl. Eucharistie. Durch den Empfang der Eucharistie würden die Gläubigen mit Christus vereinigt und eins mit ihm. „Indem Jesus uns seinen Leib und sein Blut gibt, werden wir in die Dynamik seiner Selbsthingabe mit hineingenommen, ja geradezu hineingezogen“, fuhr Arinze fort. Jesus habe gelehrt, daß es lebenswichtig für die Christen sei, in ihm zu bleiben. Wenn man mit Christus vereinigt sei und in ihm und von ihm lebe, dann werde man das Leben haben und genug Kraft für die „lange Reise unserer irdischen Pilgerschaft“ finden.

Die Vereinigung mit Christus habe deshalb eine soziale Dimension, weil verschiedene Kommunionempfänger ein und denselben Christus in der Kommunion empfingen, so der römische Kurienkardinal weiter. „Sie sind daher zur größeren Einheit untereinander und miteinander gerufen; sie sind gerufen, einander zu lieben.“ Christus schenke den Gläubigen seine Liebe in der Kommunion und bitte zugleich darum, daß sie diese Liebe mit dem Nächsten teilten, was auf konkrete Solidarität hinauslaufe. Die Eucharistie sei aber nicht nur ein Mahl, sondern vor allem auch ein Opfer, „denn Christus hat sich am Kreuz hingegeben als Opfer für uns Sünder“. Als allgemeine Regel, wie man sich auf die Heilige Messe und den Empfang der Hl. Kommunion vorzubereiten habe, gelte, daß jeder gerufen sei, Christus im Geist der Selbsthingabe zu folgen. „Wir müssen danach streben, daß all unsere täglichen Aktivitäten in der Heiligen Messe als Zentrum des ganzen Tages als fortwährendes Opfer dargebracht werden“, stellte Arinze fest.

Der Glaube verlange von den Katholiken, daß sie im Stand der Gnade seien, bevor sie Jesus in der Hl. Kommunion empfingen. Wer sich einer Todsünde bewußt sei, müsse zunächst das Sakrament der Buße empfangen, bevor er zur Kommunion gehe. Die sakramentale Beichte bezeichnete Kardinal Arinze als den normalen Weg der Reinigung von den Sünden vor dem Kommunionempfang. „Leider kann man nicht die traurige Tatsache übersehen, daß in der heutigen Zeit ein immer größerer Verlust des Sündenbewußtseins stattfindet, was zu einem immer größeren Verlust des Respekts vor der Heiligkeit Gottes führt.“ Beim Hören auf das Wort Gottes in der Kirche, bei Gesang und Meditation wie auch wenn man Gott die Ehre erweise, solle man nie vergessen, daß der Empfang Christi in der Hl. Kommunion nach gebührlicher Vorbereitung „die höchste Form der Teilnahme an der Heiligen Messe“ sei, schloß der Kardinal.

Bischof Heinz Josef Algermissen hatte zu Beginn des Gottesdienstes Kardinal Arinze, der während seines Aufenthaltes in Fulda im Bischofshaus zu Gast war, besonders herzlich begrüßt und im Rückblick auf den Kongreß Gott für wichtige gemeinsame Erfahrungen gedankt. Diese sollten in Kirche und Gesellschaft fruchtbar werden.
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