Karl Cardinal Lehmann Karl Cardinal Lehmann
Function:
Bishop of Mainz, Germany
Title:
Cardinal Priest of San Leone I
Birthdate:
May 16, 1936
Country:
Germany
Elevated:
Feb 21, 2001
More information:
www.catholic-hierarchy.org
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German Solidarität mit verfolgten Christen
Nov 01, 2008
Kardinal Lehmann nimmt Stellung zum Thema Glaubensfreiheit in der islamischen Welt

Die freie Ausübung der Religion, ein anerkanntes Menschenrecht, ist vielerorts auf der Welt nur ein Wunschtraum. Menschen werden aufgrund ihres Glaubens diskriminiert, gefoltert und ermordet. Im Erbacher Hof forderte Karl Kardinal Lehmann jetzt Solidarität mit verfolgten Christen.

"Wären wir zu dieser Solidarität nicht fähig, so würden wir unseren eigenen Glauben ver-raten", sagte Lehmann bei der Diskussion auf Einladung der Konrad-Adenauer-Stiftung zum Thema "Glaubensfreiheit - Schutz der Christen in der islamischen Welt" vor gut 150 Zuhörern. Das Leid, das Christen gerade jetzt im Irak erlebten, verpflichte zur Hilfe, erklärte der Kardinal, der sich um die in die Nachbarstaaten Türkei, Syrien und Jordanien Geflohenen in Sorge zeigte.

Über 200000 Christen haben nach Angaben der CDU-Bundestagsabgeordneten Ute Granold seit 2003 den Irak verlassen und stehen vor dem Nichts. Als Mitglied des Parlamentsausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe hat Granold jüngst Betroffene in der Türkei und im Nahen Osten besucht, die ihr Heimatland aufgrund von Verfolgung, Entführungen und Morddrohungen durch radikale Muslime verlassen mussten. Sie setze sich bei den Regierungen von Bund und Ländern sowie bei der EU für eine schnelle Aufnahme der christlichen Flüchtlinge ein, denn die Zeit dränge.

Neben der akuten Notlage der Christen aus dem kriegsgebeutelten Land war die Situation der Glaubensgemeinschaft in der Türkei Hauptthema bei der vom Journalisten Martin Lohmann geleiteten Diskussion. In drastischen Worten schilderte Dr. Otmar Oehring, Leiter der Fachstelle Menschenrechte des Hilfswerks Missio, wie der türkische Staat durch Verwehrung der Rechtsverfasstheit und Nichtanerkennung als Glaubensgemeinschaft den Niedergang der christlichen Gemeinden fördere. Trotz formell strikter Trennung von Staat und Religion sei das Land de facto ein islamischer Staat, meinte Oehring. Christen sei es nicht erlaubt, sich zu organisieren oder Kirchen zu bauen. Den Gemeinden liefen die jungen Leute weg, da sie im Ausland ein besseres Leben suchten.

Der Kardinal forderte die An-wesenden auf, sich und andere über religiöse Diskriminierung und Verfolgung zu informieren und sich für Hilfe stark zu ma-chen. Granold schloss sich Lehmanns Forderungen an: "Drängen Sie die Politik zum Dialog, treiben Sie das Thema in der öffentlichen Diskussion voran", bat sie eindringlich.
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