Karl Cardinal Lehmann Karl Cardinal Lehmann
Function:
Bishop of Mainz, Germany
Title:
Cardinal Priest of San Leone I
Birthdate:
May 16, 1936
Country:
Germany
Elevated:
Feb 21, 2001
More information:
www.catholic-hierarchy.org
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German "Einer, zu dem man aufsehen kann"
Oct 04, 2008
Er ist der vielleicht beliebteste Mann in Mainz: Karl Kardinal Lehmann hat am Donnerstag sein 25. Bischofsjubiläum gefeiert. Der Tag begann mit einem Gottesdienst im Dom, an den sich ein Empfang im Erbacher Hof anschloss.

(Allgemeine Zeitung, 04.10.2008) Am Tag zuvor hat es noch wie aus Kübeln geschüttet, doch jetzt, gegen Mittag, ist es schön. Die Leute, die in der Sonne über den Wochenmarkt schlendern, schielen neugierig zu den beiden Polizisten, die den Eingang des Doms bewachen. Auch eine Gruppe Touristen schaut verdutzt auf die Uniformierten, marschiert aber unverdrossen an ihnen vorbei - ebenso wie an dem Schild, das bittet, wegen des Gottesdienstes auf Besichtigungen zu verzichten. In einer Hand einen halbverzehrten Apfel haltend, stößt eine der Frauen die Tür auf, stiefelt kauend ins Innere des Doms - und hält verdutzt inne, als sie der unzähligen Menschen, die hier sitzen und stehen, gewahr wird. "Irgendwas ist hier los!", wispert sie ihren Begleitern zu.

Womit sie natürlich recht hat: Mit 1 500 Menschen feiert Karl Kardinal Lehmann ein bedeutendes Jubiläum - vor 25 Jahren wurde er hier zum Bischof von Mainz geweiht. Entsprechend festlich ist der Rahmen des Gottesdienstes, der jetzt gerade ausklingt. Die vielen Geistlichen, die gekommen sind, um dem früheren Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz die Ehre zu erweisen, bilden zum Auszug aus dem Dom eine Prozession; an ihrem Ende läuft der Kardinal, die Hand zum Gruß, zum Segen erhoben. Und es ist, als ob er mit seinem Blick, seiner Geste alle erfassen wollte, die da am Rande stehen. Die Würdenträger, die Wegbegleiter, aber auch die vielen unbekannten Frauen und Männer, die ihm an diesem Tag für einen Moment nah sein wollen.

Schwester Maria, eine "Maria-Ward-Schwester", bleibt noch ein Weilchen in ihrer Kirchenbank sitzen. An diesem Tag mit dem Kardinal einen Gottesdienst zu feiern, sei "nicht nur eine Gnade, sondern auch eine große Freude", sagt die alte Dame. Was Lehmann für sie sei? Schwester Maria lächelt strahlend: "Ein Heiliger - das ist der beste Ausdruck für diesen Mann." Viele Kerzen leuchten im Dom; auch Brigitte Heep hat eine angezündet. Vor allem für die Tochter, die ein Baby erwartet, erzählt die Harxheimerin. Aber auch für den Kardinal: "Damit er uns noch lange erhalten bleibt und viel für die Ökumene tun kann."

Im Erbacher Hof wird weitergefeiert - erst mit dem Festakt, den die PFG-Bigband von Willigis-Gymnasium und Maria-Ward-Schule musikalisch begleitet, dann mit "Fingerfood". Eines der Hauptthemen der Gäste: Das Befinden des Kardinals. Ein bisschen wacklig sei er ja, wenn er Stufen hinauf- oder hinabgehen müsse, heißt es ein bisschen besorgt. "Ich wünsche ihm weiterhin Schaffenskraft - und Pausen der Erholung, damit seine Gesundheit stabil bleibt und er noch lange unser Bischof sein kann", sagt Domdekan Heinz Heckwolf. Ganz ähnlich äußert sich Dr. Andrea Litzenburger, künftige Schulleiterin der katholischen Maria-Ward-Schule. "Er soll noch viele Begegnungen haben mit Menschen, die sich von ihm so angenommen fühlen."

Von denen gibt es zahlreiche. Monsignore Joachim Schroedel etwa; der Seelsorger für deutschsprachige Katholiken im Nahen Osten ist aus Ägypten angereist, nur um bei der Jubiläumsfeier dabei zu sein. Lehmann sei "ein Vater" für ihn - "anders kann ich es einfach nicht sagen".

Und der Kardinal? Der freut sich still über die vielen Gäste, die Sympathie, die ihm entgegen schlägt. Er fühle sich in Mainz zu Hause, betont Lehmann - und die Mainzer sehen ihn längst als einen der ihren. Wie Horst-Josef Oellnisch, eigentlich Haustechniker im Erbacher Hof - an diesem Festtag backt er Brezeln für die Gäste. "Da hab ich den Blaumann mit dem weißen Bäckerkittel getauscht", lacht er. "Für den Kardinal tue ich das gerne. Das ist einer, der immer grüßt, immer wissen will, wie es einem geht", erzählt Oellnisch. "Mit ihm haben wir in Mainz einen Mann, zu dem man aufschauen kann. Das gab es ja seit Jockel Fuchs und Ernst Neger so richtig nicht mehr."
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