Karl Cardinal Lehmann Karl Cardinal Lehmann
Function:
Bishop of Mainz, Germany
Title:
Cardinal Priest of San Leone I
Birthdate:
May 16, 1936
Country:
Germany
Elevated:
Feb 21, 2001
More information:
www.catholic-hierarchy.org
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German Kardinal Lehmann feiert Silbernes Jubiläum
Oct 02, 2008
Herzlichen Glückwunsch, Kardinal Karl Lehmann: Heute feiert er sein Silbernes Bischofsjubiläum. Seit 25 Jahren leitet der 72-Jährige das katholische Bistum Mainz, dessen größter Teil in Hessen liegt.

(hr-online.de, 2.10.2008) Anlässlich der Bischofsweihe Lehmanns vor einem Vierteljahrhundert finden am Donnerstag ein Pontifikalamt im 1.000-jährigen Mainzer Dom und ein Empfang statt - viel Prominenz inklusive. Auf der Gästeliste stehen unter anderem die Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz und Hessen, Kurt Beck (SPD) und Roland Koch (CDU). Drei Tage später, am 5. Oktober feiert der Kardinal, der nach frühen Überlieferungen bereits der 102. Mainzer Bischof ist, dann einen Gottesdienst sowie ein großes Fest rund um den Dom.

Bei dem bunten Programm auf zwei Bühnen und an rund 120 Ständen werden Besucher aus dem gesamten Bistum erwartet. Dieses liegt zu einem Drittel in Rheinland-Pfalz und zu zwei Dritteln in Hessen. Es zählt etwa 790.000 Katholiken.

Mann des Ausgleichs für Öffnung der Kirche
Übersichtskarte Bistum Mainz (Bild: www.bistummainz.de)
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Zwei Drittel des Bistums Mainz liegen in Hessen, wie die Karte zeigt.
Der 72-jährige Oberhirte mit der barocken Figur und dem dröhnenden Lachen ist über die Konfessions- und Parteigrenzen hinweg beliebt. Als Theologe, Buchautor und ehemaliger Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz (1987 bis 2008) ist der langjährige Weggefährte von Papst Benedikt XVI. weltweit bekannt. Lehmann gilt als ein Mann des Ausgleichs, als Brückenbauer, der sich jedoch nicht verbiegt. Er ist Träger von acht Ehrendoktorhüten, Ritter des Ordens "Wider den tierischen Ernst" sowie Träger des "Preises für Lebensfreude" und der PR-Auszeichnung "Kommunikator des Jahres".

Der am 16. Mai 1936 als Sohn eines Dorfschullehrers im schwäbischen Sigmaringen geborene Lehmann ist stark vom Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) geprägt. So setzt er sich für die dort propagierte Öffnung der Kirche zur Welt ein, ebenso für die Annäherung zwischen den Konfessionen: "Es gibt überhaupt gar keine Alternative, als bei der Ökumene nach vorne zu schauen", sagt er.

Konflikte mit dem späteren Papst Benedikt XVI.
(Bild: picture-alliance/dpa)
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Kardinal Lehmann in vollem Ornat
Mit seiner Bereitschaft zum Dialog ist Lehmann im Vatikan wiederholt auf Misstrauen gestoßen. So versuchte der Bischof bis zum päpstlichen Machtwort im Jahr 1999, die katholischen Beratungsstellen im staatlichen System der Schwangerenkonfliktberatung zu halten, um die Zahl der Abtreibungen zu verringern. Desgleichen scheiterte Lehmann mit seinem Vorstoß in Rom, wiederverheirateten geschiedenen Katholiken den Gang zur Kommunion zu ermöglichen.

Papst Benedikt XVI. war damals als Präfekt der Glaubenskongregation und somit oberster Glaubenshüter sein Gegenüber. Lehmann spricht indes nicht von Konflikten, sondern nur von "Sachklärungen". Sein Verhältnis zu Joseph Ratzinger werde "oft falsch dargestellt" - in Wahrheit sei es nach wie vor "absolut intakt", sagt Lehmann. Der Mainzer Bischof und der neun Jahre ältere Papst kennen sich bereits seit fast einem halben Jahrhundert.

Fußball als Kitt für auseinanderstrebende Gesellschaft
Lehmann liebt Bücher - aber auch Fußball. Früher kickte er selbst, später saß er gerne auf der Tribüne. Mit Blick auf die Europameisterschaft 2008 bezeichnete Lehmann den Sport gar als neuen "Kitt, um die auseinanderstrebenden Bereiche unserer Gesellschaft zusammenzufügen".

Die private Bibliothek Lehmanns umfasst rund 100.000 Bände, vor allem aus den Bereichen Theologie und Philosophie, aber auch Literatur und Kunst. Über sich selbst sagt der Büchernarr: "In meinem relativ großen Haus ersticke ich fast an Büchern, aber ich liebe sie auch." Für Kardinal Walter Kasper ist Lehmann ein "Bücherwurm, der sich inzwischen zu einem wandelnden wahrhaftigen Lexikon ausgewachsen hat".

Rücktritt nach Herz-Rhythmus-Störungen
Der Mainzer Oberhirte ist auch selbst ein Mann der Feder. 1.417 Seiten zählt allein die erste seiner zwei Doktorarbeiten. Die Bibliografie mit seinen Büchern und kürzeren Texten umfasst fast 3.500 Einträge. Zudem hortet Lehmann viele unveröffentlichte Manuskripte, die noch der Bearbeitung für den Druck harren.

Der Kardinal hat sich nie geschont: Ende 2007 erlitt er Herz-Rhythmus-Störungen und trat deshalb im Februar 2008 als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz zurück. Damals schrieb Lehmann: "Ich hatte eine lebensbedrohliche Krankheit, die mir in Zukunft nicht mehr diese oft rücksichtslose Ausschöpfung meiner Kräfte erlaubt." Mainzer Oberhirte will er aber weiterhin bleiben. In den Ruhestand gehen Bischöfe in der Regel mit 75 - bei Lehmann wäre dies im Jahr 2011 der Fall.
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