Karl Cardinal Lehmann Karl Cardinal Lehmann
Function:
Bishop of Mainz, Germany
Title:
Cardinal Priest of San Leone I
Birthdate:
May 16, 1936
Country:
Germany
Elevated:
Feb 21, 2001
More information:
www.catholic-hierarchy.org
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German „Arbeit des Kolbe-Werkes noch nicht vollendet“
Apr 23, 2008
Kardinal Lehmann würdigt in seiner Laudatio zum Eugen-Kogon-Preis die Verdienste des Hilfswerks.

(24.4.2008) Königstein (ton) – Dem Maximilian-Kolbe-Werk wurde am vergangenen Donnerstag von der Stadt Königstein der Eugen-Kogon-Preis verliehen. Karl Kardinal Lehmann würdigte in seiner Laudatio das Hilfswerk für dessen Unterstützung der Überlebenden der Konzentrationslager und Ghettos. Lehmann betonte, dass die Arbeit des Maximilian-Kolbe-Werkes noch nicht vollendet sei: „Immer noch gibt es Überlebende des NS-Regimes, die auf Hilfe angewiesen sind und deren Geschichten den Nachgeborenen erzählt werden können.“ Der Eugen-Kogon-Preis, benannt nach dem Publizisten und Politologen Kogon, würdigt die Arbeit des Werkes bei der Aufarbeitung des nationalsozialistischen Unrechts und dessen Einsatz für die Versöhnung mit den Opfern.
Lehmann ging auch auf die Geschichte des Maximilian-Kolbe-Werks ein. Dort könne man erfahren, dass materielle Hilfe und Entschädigung eine Brücke zu den Opfern bilden können, wenn sie vom Geist einer wirklichen Anerkennung des Leidens der anderen bestimmt seien. „Und schließlich haben die Jahrzehnte der Arbeit uns gelehrt, dass sich in konkreter menschlicher Begegnung das Geschenk von Versöhnung ereignen kann“, sagte der Bischof von Mainz.
Er zog auch die Parallelen von Eugen Kogon zum Kolbe-Werk. Kogon, der als Häftling im Konzentrationslager Buchenwald war, hat „dieselben oder ähnliche Erfahrungen der Unmenschlichkeit gemacht wie die Opfer, die das Maximilian-Kolbe-Werk unterstützt“. Das Werk habe vieles von Kogons elementaren Intentionen aufgegriffen und verwirklicht, besonders auch im Blick auf den europäischen Horizont, den Eugen Kogon schon in früher Zeit förderte und der heute in mancher Hinsicht Wirklichkeit geworden sei. „So möchte ich hoffen, dass diese Auszeichnung zu einer erneuten Verlebendigung des intensiven Dialogs zwischen Polen und Deutschland führt“, sagte Lehmann.
Im Blick auf die Zukunft sagte Lehmann, dass die neu gegründete deutsch-polnische Maximilian-Kolbe-Stiftung die Opfer ungerechter Gewalt, von Kriegen und Bürgerkriegen, von totalitärer Herrschaft, Vertreibungen und ethnischer wie kultureller Ausgrenzung in die Mitte des Blickfeldes rücken soll. „Anders als bei den Anfängen des Maximilian-Kolbe-Werks blicken wir als Deutsche und Polen und als Kirche in beiden Ländern also nicht mehr aufeinander, sondern wir richten den Blick gemeinsam auf andere, die unserer Hilfe bedürfen.“
Für das Maximilian-Kolbe-Werk dankte dessen Präsident, Dr. Friedrich Kronenberg, der Stadt Königstein für die Überreichung des Preises. Kronenberg würdigte auch das jahrelange Engagement von Karl Kardinal Lehmann für das Werk: „Unsere Versöhnungsarbeit im Namen des heiligen Maximilian Kolbe war Ihnen immer ein ganz persönliches Anliegen.“
Maximilian Kolbe und Eugen Kogon seien, so Kronenberg, geistige Weggefährten, die uns auch heute den Weg zu einem menschenwürdigen und solidarischen Zusammenleben in einem freien und friedlichen Europa weisen. „Wir sollten uns bei der Bewältigung der heutigen Aufgaben wieder mehr dieser Zeugen erinnern, auch der mit Schuld behafteten eigenen Geschichte, die das Unrecht und die Gewaltherrschaft des Nationalsozialismus möglich gemacht hat“, sagte Kronenberg weiter.
Die Wahrnehmung gesellschaftlicher und politischer Verantwortung in Europa sei mit der Übernahme des Erbes einer Geschichte verbunden, die durch Versagen, Schuld und schrecklichstes Unrecht gekennzeichnet ist. „Nur wer den Holocaust anerkennt, wer von Völkermord spricht, wo er verübt wurde, wer die unterschiedlichsten Verbrechen gegen die Menschlichkeit als solche bezeichnet, nur wer so handelt, übernimmt das Erbe der Geschichte, einer Geschichte, auf die sich die Zukunft immer gründen muss“, so Präsident Kronenberg. Denn Versöhnung sei ohne Erinnerung unmöglich.
Der Eugen-Kogon-Preis wird von der Stadt Königstein verliehen und ist mit 5.000 Euro dotiert. Erster Preisträger war 2002 der ehemalige polnische Außenminister Wladyslaw Bartoszewski. Es werden Persönlichkeiten und Institutionen bedacht, die sich den Grundwerten lebendiger Demokratie verpflichtet fühlen, ihr Leben in den Dienst dieser Werte stellen und dabei so erfolgreich waren, dass dies in ihrer öffentlichen Bedeutung ablesbar ist.
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