Karl Cardinal Lehmann Karl Cardinal Lehmann
Function:
Bishop of Mainz, Germany
Title:
Cardinal Priest of San Leone I
Birthdate:
May 16, 1936
Country:
Germany
Elevated:
Feb 21, 2001
More information:
www.catholic-hierarchy.org
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German Kardinal Lehmann betont Bedeutung von Ehe und Familie
Nov 16, 2007
Familienpolitisches Papier der rheinland-pfälzischen (Erz-)Diözesen vorgestellt.

(cms.bistum-trier.de, 15. November 2007) Mainz - Der Mainzer Bischof, Kardinal Karl Lehmann, hat die Bedeutung der Ehe für die Gesellschaft hervorgehoben. Die politische Formel „Familie ist, wo Kinder sind" greife zu kurz, auch wenn die darin zum Ausdruck kommende Sorge um die Kinder zu begrüßen sei. Wörtlich sagte er: „Die Abtrennung von der Ehe schafft Probleme, wenn eine solche ‚Familie’ von ihrer Struktur her keinen wirklichen, dauerhaften Raum des Schutzes und der Geborgenheit darstellen kann. In der Ehe sind dieser Schutz und diese Verlässlichkeit grundsätzlich gegeben, auch wenn dies im einzelnen Fall versagt. Der verfassungsmäßige Schutz von Ehe und Familie ist Ausdruck dieser Einsichten und will ihre Bedeutung aufrecht erhalten."

Der Kardinal äußerte sich am Donnerstag, 15. November, bei der Vorstellung eines neuen familienpolitischen Papiers der rheinland-pfälzischen (Erz-)Diözesen. Gemeinsam mit Ordinariatsdirektor Bernhard Nacke, Leiter des Katholischen Büros Mainz, präsentierte er im Erbacher Hof in Mainz vor Journalisten das 94-seitige Positionspapier „Familie - Grundlage einer starken Gesellschaft". Herausgeber sind die rheinland-pfälzischen (Erz-)Diözesen Trier, Speyer, Mainz, Limburg und Köln und ihre Diözesancaritasverbände. Erstellt wurde das Dokument von einer 15 Mitglieder umfassenden Arbeitsgruppe aus den Diözesen und Mitarbeitern des Katholischen Büros unter Leitung von Bernhard Nacke.'

Lehmann warnte davor, durch gesetzliche Rahmenbedingungen „Menschen in bestimmte Lebensformen der Familie zu drängen". So dürften etwa staatliche Hilfen für Kinder unter drei Jahren nicht zu einer Dominanz des Staates in der frühkindlichen Erziehung führen. „Das elementare Elternrecht darf nicht faktisch ausgehöhlt werden", betonte Lehmann. Wenn sich ein größerer Bedarf nach Hilfen für unter Dreijährige zeige, sei es erforderlich, diese Familien zu unterstützen, damit beide Elternteile berufstätig sein können. „Aus Gründen der Gerechtigkeit darf man dann aber nicht die Familien leer ausgehen lassen, die diese Aufgaben selber leisten wollen. Denn auch sie leisten einen gleich großen unschätzbaren Beitrag für das Gemeinwohl." Elterngeld und Betreuungsgeld befänden sich „auf derselben Gerechtigkeitsebene", sagte der Kardinal. Und weiter: „Deswegen ist eine echte finanzielle Wahlfreiheit der Eltern für eine an Gerechtigkeit orientierte Politik von großer Bedeutung. Sie ist auch Ausdruck dafür, dass die Erziehungsleistung der Eltern in Politik und Gesellschaft dieselbe Wertschätzung und Anerkennung erhält wie Erwerbsarbeit."

Nacke betonte, dass die Familie mehr sei, als „ein Raumgeben für das Aufwachsen von Kindern. In ihr geschieht viel Gemeinwohlrelevantes." Er verwies darauf, dass in vielen Studien der letzten Jahre „eine steigende Gefährdung von Kindern und Jugendlichen" festgestellt werde. Dies gelte etwa für Fragen der körperlichen Gesundheit und psychische Belastungen. Auch sei eine gesunde Ernährung nicht immer gegeben. Trotz vieler Unterstützungsstrukturen, „die seit vielen Jahren gute Arbeit leisten, hat sich keine Verbesserung der gesamten Situation eingestellt". Dies gelte besonders für Familien in prekären Lebenslagen. Der Leiter des Katholischen Büros mahnte insbesondere eine größere Übersichtlichkeit bei den verschiedenen Familienleistungen an.

Hinweis: „Familie - Grundlage einer starken Gesellschaft. Wort der rheinland-pfälzischen (Erz)Diözesen und ihrer Diözesancaritasverbände zur Situation der Familie." Herausgegeben von Bernhard Nacke. Mit einem Vorwort von Kardinal Karl Lehmann. Herder-Verlag, Freiburg 2007. 94 Seiten, 6 Euro. ISBN978-3-451-29824-0.
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