Karl Cardinal Lehmann Karl Cardinal Lehmann
Function:
Bishop of Mainz, Germany
Title:
Cardinal Priest of San Leone I
Birthdate:
May 16, 1936
Country:
Germany
Elevated:
Feb 21, 2001
More information:
www.catholic-hierarchy.org
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German Erste Reise der deutschen Bischöfe ins Heilige Land: Kardinal Lehmann zieht Bilanz
Mar 07, 2007
„Wir ermutigen ausdrücklich alle Gläubigen, ins Heilige Land zu pilgern.

JERUSALEM, 6. März 2007 (ZENIT.org).- „Wir wollen mit dazu beizutragen, dass die Christen hier eine Zukunft haben“, bekräftigte der Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, im Namen aller deutschen Bischöfe am Sonntag in Jerusalem.

„Das Heilige Land darf kein Freilicht-Museum des Christentums werden. Der freie Zugang zu den Heiligen Stätten muss für die Angehörigen aller Religionen gewährleistet sein. Wir ermutigen ausdrücklich alle Gläubigen, ins Heilige Land zu pilgern“, so der Kardinal am Ende der ersten Pilgerreise des Ständigen Rates der Deutschen Bischofskonferenz ins Heilige Land (26. Februar - 4. März).

In Israel seien die Christen als Araber „in einer doppelten Minderheitenposition“, fuhr der Kardinal unmittelbar vor dem Heimflug fort. „In den palästinensischen Gebieten sind sie durch einen wachsenden Islamismus herausgefordert. Nach wie vor bedrückend ist die hohe Zahl derer, die das Land verlassen.“

Bei ihren Besuchen in der Westbank hätten die Ortbischöfe der 27 deutschen Diözesen „die erschreckende, geradezu katastrophale Situation kennen gelernt, der die Palästinenser ausgesetzt sind: eine Arbeitslosigkeit von bis zu 60 Prozent, drastische Behinderungen der Bewegungsfreiheit, die manche Familien auf Dauer voneinander trennen, eine Praxis an den Kontrollpunkten, die viele Palästinenser als demütigend empfinden – all dies lässt viele in Hoffnungslosigkeit versinken und befördert auch eine politische und religiöse Radikalisierung. Besonders schlimm haben wir die Lage in Bethlehem erlebt, wo sich die Menschen angesichts des Verlaufs der Sicherheitsanlagen geradezu als eingeschlossen empfinden.“

Kardinal Lehmann wies in diesem Zusammenhang auch darauf hin, dass das ohnehin geringe Vertrauen zwischen Israelis und Palästinensern immer mehr abzunehmen scheine. „Der Vertrauensverlust wird von vielen als geradezu irreparabel gesehen. Das ist eine gefährliche Sackgasse.“

Anhand von konkreten Beispielen führte der Kardinal den beachtlichen Beitrag vor Augen, den die Kirche im Heiligen Land angesichts der schwierigen Lebensbedingungen zum gesellschaftlichen Leben leiste – unter anderem „durch Schulen und soziale Einrichtungen aller Art“, die allen Menschen offen stünden.

„In diesem Zusammenhang sind die rechtliche Stellung der Kirche und die Besteuerung kirchlicher Organisationen und kirchlichen Besitzes von hohem Belang. Dies haben wir auch im Gespräch mit Shimon Peres, dem stellvertretenden Ministerpräsidenten des Staates Israel, deutlich herausgestellt. Es ist erfreulich, dass Peres unserer Delegation zugesichert hat, sich persönlich dafür einzusetzen, dass die Verhandlungen zwischen Israel und dem Vatikan zügig abgeschlossen werden.“

Die deutschen Bischöfe hatten am Ende ihres Aufenthalts in der Heimat Jesu auch die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem besucht, was für alle ein „bewegender und auch erschütternder Moment“ gewesen sei. Diesbezüglich berichtete Kardinal Lehmann: „Wir haben an diesem Ort unterstrichen, dass es für alle Deutschen – letztlich auch für die ganze Menschheit – unerlässlich bleibt, sich dem Völkermord an den Juden auch in Gegenwart und Zukunft zu stellen. Dies habe ich auch in meiner Eintragung in das Gedenkbuch zum Ausdruck bringen wollen: ‚Niemand kann frei sein, der frei sein will vom Gedenken an die Shoa.‘“
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