Karl Cardinal Lehmann Karl Cardinal Lehmann
Function:
Bishop of Mainz, Germany
Title:
Cardinal Priest of San Leone I
Birthdate:
May 16, 1936
Country:
Germany
Elevated:
Feb 21, 2001
More information:
www.catholic-hierarchy.org
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German "Papst hat rasch seinen eigenen Stil gefunden"
Sept 12, 2006
Es ist ja schon eine nicht übersehbare Leistung, wenn der Papst sich täglich mit voller Kraft um die Nöte und Sorgen der Kirche und der Menschen auf der ganzen Welt kümmert.

(dpa, 21.08.2006) Frage : Nach dem Weltjugendtag in Köln kommt Papst Benedikt XVI. zum zweiten Mal nach Deutschland. Was erwarten Sie von der zweiten Visite – wird es einen religiösen Schwung über den Tag hinaus, sozusagen einen Glaubenskick, geben ?

Kardinal Lehmann : Ich sehe den Besuch von Papst Benedikt XVI. vor allem von der persönlichen Seite her. Der Heilige Vater möchte einen Besuch in seiner Heimat machen, nicht zuletzt bei den Gräbern seiner Eltern und seiner Schwester Maria, aber auch bei seinem lebenden älteren Bruder Georg. Wenn ein Papst aber eine solche Reise unternimmt, kann er dies nicht einfach nur privat tun. Es gibt deshalb offi zielle Begegnungen und Kontakte, aber es ist kein Staatsbesuch. Ich glaube aber, dass diese Form des Besuches stärker auf die Menschen wirken kann als ein zweifellos eindrucksvolles, offi zielles Zeremoniell. Die Ausstrahlung seiner Person und des von ihr geprägten Amtes wird weit über die Kirche hinausreichen.

Frage : " Sie selbst sind bei der Begrüßung des Papstes am Münchner Flughafen dabei. An welchen Stationen werden Sie noch dabei sein und vor allem, werden Sie den Gottesdienst in der Neuen Messe München konzelebrieren ?

Kardinal Lehmann : Ich habe die Mitteilung bekommen, dass ich als Vorsitzender der Deutsche Bischofskonferenz während des Aufenthaltes des Heiligen Vaters mit den Bischöfen der vom Papst zu besuchenden Diözesen ( München, Regensburg, Passau ) zum päpstlichen Gefolge gehöre. Dies hat zur Konsequenz, dass ich wohl bei allen Stationen, wo dies möglich ist, dabei sein werde. Einzelheiten sind mir – vom Programm abgesehen – zurzeit auch noch nicht bekannt.

Frage : Der neue Papst ist mit sehr viel Euphorie begrüßt worden, doch erste Kritiker beklagen, dass sich unter dem Pontifikat von Benedikt bisher im Grunde nichts oder nur wenig bewegt hat. Welche theologischen Hoffnungen verbinden Sie selbst mit dessen Pontifi kat – gerade auch mit Blick auf die Ökumene und die Frage eines gemeinsamen Abendmahls, die so vielen konfessionsverschiedenen Ehepaaren ein Herzensanliegen ist ?

Kardinal Lehmann : Diese gelegentlich vorgebrachte Kritik am Pontifikat von Benedikt XVI. halte ich für grundfalsch. Er hat rasch einen eigenen Stil gefunden. Es ist ja schon eine nicht übersehbare Leistung, wenn der Papst sich täglich mit voller Kraft um die Nöte und Sorgen der Kirche und der Menschen auf der ganzen Welt kümmert. Er hat eine wichtige erste Enzyklika geschrieben. Die allermeisten Personalentscheidungen fanden Anerkennung. Die Menschen streben wie noch nie zu den Audienzen und den Begegnungsmöglichkeiten. Der Papst ist sehr " politisch ". Was will man mehr ? Dem Papst kommt es zuerst auf die Erneuerung und Vertiefung des Glaubens in den heutigen Zeitumständen an. Wenn dies gelingt, profi tiert auch die Ökumene davon. Aber hier kommt es ja nicht allein auf den Papst an.
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