Karl Cardinal Lehmann Karl Cardinal Lehmann
Function:
Bishop of Mainz, Germany
Title:
Cardinal Priest of San Leone I
Birthdate:
May 16, 1936
Country:
Germany
Elevated:
Feb 21, 2001
More information:
www.catholic-hierarchy.org
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German Kardinal wischt die Bibel vom Tisch
Sept 11, 2006
In einem bereits im vergangenen Oktober publizierten Artikel behauptete ein deutscher Kardinal, daß es für Juden einen Heilsweg ohne Christus gebe.

(kreuz.net, 29. August 2006) Zum 40. Jahrestag der Konzilserklärung ‘Nostra Aetate’ veröffentlichte die Internetseite der Deutschen Bischofskonferenz einen Artikel ihres Vorsitzenden, Karl Kardinal Lehmann.

Die Konzilserklärung ‘Nostra Aetate’ behandelt das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen, besonders zum Judentum und zum Islam.

Der Artikel von Kardinal Lehmann wurde am 28. Oktober 2005 publiziert und steht unter dem Titel „Nostra Aetate – ein folgenreicher Konzilstext“.

Der Kardinal erklärt darin, die Kirche habe „über ihre lange vertretene Überzeugung selbstkritisch nachgedacht, Juden müßten, um das Heil erlangen zu können, getauft werden.“

Es sei zunehmend bewußt geworden, daß „Mission als Ruf zur Umkehr vom Götzendienst zum lebendigen und wahren Gott (1 Thess 1,9)“ nicht auf Juden angewandt werden könne.

Darum könne es in der Katholischen Kirche keine „judenmissionarischen“ Aktivitäten mehr geben:

Zwischen der Kirche und dem jüdischen Volk gehe es um die Begegnung „auf der Ebene ihrer je eigenen religiösen Identität“ schreibt Kardinal Lehmann mit Hinweis auf eine Aussage von Papst Johannes Paul II. am 12. März 1979.

Einzelne Konversionen, die auf Grund einer „sehr persönlichen Entscheidung“ erfolgten, seien aber nicht ausgeschlossen.

Kardinal Lehmann erwähnt auch das Dokument „Das jüdische Volk und seine Heilige Schrift in der christlichen Bibel“, das im Jahr 2001 von der Päpstlichen Bibelkommission publiziert wurde.

Es sei für die religiöse Verhältnisbestimmung zwischen Judentum und Christentum von besonderer Bedeutung, wenn in diesem Dokument ein „zweifacher Ausgang des Alten Testaments“ herausgestellt werde.

Kardinal Lehmann spricht von einer „je eigenständigen, aber in unterschiedliche Lebenszusammenhänge eingebundene und von daher je für sich berechtigte Lesart alttestamentlicher Traditionen in Judentum und Christentum“.

Im weiteren zitiert der Kardinal das Dokument der Päpstlichen Bibelkommission:

„Christen können und müssen zugeben, daß die jüdische Lesung der Bibel eine mögliche Leseweise darstellt, die sich organisch aus der jüdischen Heiligen Schrift der Zeit des Zweiten Tempels ergibt, in Analogie zur christlichen Leseweise, die sich parallel dazu entwickelte. Jede dieser beiden Leseweisen bleibt der jeweiligen Glaubenssicht treu, deren Frucht und Ausdruck sie ist. So ist die eine nicht auf die andere rückführbar.“

Dagegen verweisen katholische Kritiker solcher Darstellungen unter anderem auf die Rede des Apostels Petrus in Jerusalem, wie sie im zweiten Kapitel der Apostelgeschichte berichtet wird.

Darin fordert der Apostelfürst „das ganze Haus Israel“ auf, mit Sicherheit zu erkennen, daß „Jesus, den ihr gekreuzigt habt“, von Gott zum Herrn und Messias gemacht wurde.

„Bekehrt euch, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden“, ruft der heiligen Petrus seinen Landsleuten zu und beschließt mit dem Aufruf:

„Rettet euch aus diesem verderbten Geschlecht!“ (Apg.2,36ff.).
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