Karl Cardinal Lehmann Karl Cardinal Lehmann
Function:
Bishop of Mainz, Germany
Title:
Cardinal Priest of San Leone I
Birthdate:
May 16, 1936
Country:
Germany
Elevated:
Feb 21, 2001
More information:
www.catholic-hierarchy.org
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German "Von der Wahrheit des einen Gottes Zeugnis geben": Kardinal Lehmann über die christlich-jüdische Zusammenarbeit
Jul 12, 2006
Festveranstaltung zum 40. Jahrestag der Veröffentlichung von "Nostra Aetate" in Berlin

BERLIN, 7. Juli 2006 (ZENIT.org).- Auf Initiative des israelischen Botschafter in Berlin, Shimon Stein, fand gestern Nachmittag im Tagungszentrum der Katholischen Akademie eine hochrangig besuchte Festveranstaltung zum 40. Jahrestag des Erscheinens der Konzilserklärung Nostra Aetate über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen statt.

Nach den beiden Festvorträgen, die Dr. Hans Hermann Henrix, der ehemalige Leiter der Akademie, und Rabbiner David Rosen, Präsident des Internationalen Jüdischen Komitees für den interreligiösen Dialog (IJCIC), hielten, richtete Karl Kardinal Lehmann, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, ein Schlusswort an die Anwesenden, in dem er dankbar auf die Vertiefung der Beziehung zwischen Christentum und Judentum zurückblickte.

Dank der Konzilserklärung habe sich das Verhältnis der Kirche zum jüdischen Volk entscheidend zum Positiven hin gewandelt. Allerdings gelte es nun, "die Verwurzelung der Kirche im Judentum und ihr bleibendes Angewiesensein auf diese Herkunft" noch mehr zu erforschen, fügte der Kardinal hinzu. Im Bereich der Liturgiewissenschaften geschehe das zurzeit. "Aber dies reicht nicht, denn wir müssen diese Ergebnisse noch viel stärker in das allgemeine Bewusstsein innerhalb und außerhalb der Kirche bringen."

Die Anstrengungen für einen nachhaltigen Bewusstseinswandel "dürfen nicht nachlassen", bekräftigte Kardinal Lehmann, der in diesem Zusammenhang auf die Erklärung Nostra Aetate – ein folgenreicher Konzilstext der deutschen Bischöfe verwies, wo es heißt: "Noch immer und wieder verstärkt gibt es auch in Deutschland und in den Ländern Europas antijüdische Ideologien, Propaganda und Ausschreitungen. Die Deutsche Bischofskonferenz weiß sich mit der ganzen Kirche einig, wenn sie dazu aufruft, solchen Tendenzen entgegenzuwirken" (6).

Anschließend rückte der Kardinal die bereits bestehende Zusammenarbeit in den Blick: "auf sozialem, ethischem und politischem Feld, zum Beispiel in der Bewahrung der Schöpfung, bei der Sicherung des Friedens, der Bekämpfung der Armut, dem Eintreten für die Menschenrechte und die Menschenwürde, bei der Klärung bioethischer Fragen und in der Kritik an der zunehmenden Ökonomisierung unseres Lebens". Die gemeinsamen religiösen Wurzeln, die theologisch noch zu vertiefen seien, bildeten das Fundament dieses gemeinsamen Engagements. "Von der Wahrheit des einen Gottes Zeugnis zu geben, ist die gegenwärtig wohl wichtigste Aufgabe von Christen und Juden", zitierte der Kardinal abschließend ein weiteres Mal aus der zuvor angeführten Erklärung.
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