Karl Cardinal Lehmann Karl Cardinal Lehmann
Function:
Bishop of Mainz, Germany
Title:
Cardinal Priest of San Leone I
Birthdate:
May 16, 1936
Country:
Germany
Elevated:
Feb 21, 2001
More information:
www.catholic-hierarchy.org
Send a text about this cardinal »
View all articles about this cardinal »
German Das AP-Porträt «Das Amt in der Kirche ist immer Dienst»
May 17, 2006
Auf die Frage, welche Person er gerne gewesen wäre, hat er einmal geantwortet: «Ich, nur besser.» Das gelte auch ohne etwas Konkretes zu meinen - für den Rückblick auf seine sieben Lebensjahrzehnte bisher. Am Dienstag (16. Mai) wird der Mainzer Erzbischof und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, 70 Jahre alt.

Mainz (AP, 11.05.2006) Seit 19 Jahren ist Lehmann oberster Repräsentant der katholischen Kirche in Deutschland - so lange wie kein anderer in der Geschichte der Bischofskonferenz. Zuletzt war ihm die Entscheidung nicht leicht gefallen, daraus machte er bei seiner vierten Wahl im vergangenen Jahr kein Hehl. Aber bei dem überwältigenden Vertrauen, das ihm entgebracht worden sei, hätte er sich nicht wohl gefühlt, Nein zu sagen. «Das Amt in der Kirche ist immer Dienst. Jesus sagt: Wer bei euch groß sein will, soll der Diener aller sein», erklärt Lehmann.

Obwohl Lehmann auf den ersten Blick manchmal etwas bärbeißig wirkt, gilt er als weltoffen, humorvoll und ist als bekennender Fußballfan nicht nur bei großen Teilen des Kirchenvolks sehr beliebt. Vergangenes Jahr erhielt er den «Orden wider den tierischen Ernst» für Humor und Menschlichkeit im Amt. Der Mainzer Bischof sei ein «Schlitzohr im Kardinalstalar» begründet der Aachener Karnevalsverein seine Wahl.

Der Sohn eines Dorfschullehrers wurde am 16. Mai 1936 in Sigmaringen geboren. Nach dem Abitur studierte er Philosophie und Theologie in Freiburg, ging dann auf Geheiß des Freiburger Erzbischofs zu Studien nach Rom. 1962 promovierte Lehmann in Philosophie, ein Jahr später wurde er zum Priester geweiht. 1967 erhielt er den Doktortitel der Theologie summa cum laude. Seine akademische Laufbahn begann der spätere Kardinal an der Universität Mainz, später wechselte er nach Freiburg.

1983 ernannte Papst Johannes Paul II. Lehmann zum Mainzer Erzbischof, vier Jahre später wurde er erstmals zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt. Unbeirrbar in den zentralen Fragen der Dogmatik und der Grundwerte, zeigte sich Lehmann in seiner langen Amtszeit dennoch offen für vorsichtige Reformschritte.

Seine für einen katholischen Geistlichen eher liberale Haltung in der Diskussion um Abtreibung und Schwangerschaftsberatung brachte Lehmann ernste Probleme - sowohl in der Bischofskonferenz als auch mit dem Vatikan.

Duzfreundschaft mit dem Papst

Jahrelang war Lehmann als Kandidat für die vom Papst verliehene Kardinalswürde im Gespräch, wurde aber nie berücksichtigt, was Beobachter auch als Missbilligung seines liberalen Kurses werteten. Anfang 2001 kam dann doch die überraschende Ernennung - allerdings zusammen mit einem siebenseitigen Mahnschreiben des Papstes. Mit Joseph Ratzinger verbindet Lehmann dagegen eine lange Duzfreundschaft - daran hat sich auch nach Ratzingers Aufstieg zum Papst nichts geändert.

Fünf Jahre dauert Lehmanns Amtszeit als Vorsitzender der Bischofskonferenz noch. Als die größten Herausforderungen nennt er, die Zeichen der Zeit im Blick zu behalten und aus dem Glauben Antworten etwa auf die hohe Arbeitslosigkeit, die Frage der Integration oder dem Schutz von Ehe und Familie zu finden.

Aber auch im Verhältnis zur evangelischen Kirche sieht Lehmann Nachholbedarf: «Die Trennung beim Herrenmahl ist nach wie vor das größte Ärgernis der christlichen Ökumene», sagt er. Das gemeinsame Abendmahl müsse das Ziel und die sichtbare Vollendung der Kirchengemeinschaft sein; es kann aber nicht der Weg zur Einheit sein.
22 READERS ONLINE
INDEX
RSS Feed
back to the first page
printer-friendly
CARDINALS
in alphabetical order
by country
Roman Curia
under 80
over 80
deceased
ARTICLES
last postings
most read articles
all articles
CONTACT
send us relevant texts
SEARCH