Karl Cardinal Lehmann Karl Cardinal Lehmann
Function:
Bishop of Mainz, Germany
Title:
Cardinal Priest of San Leone I
Birthdate:
May 16, 1936
Country:
Germany
Elevated:
Feb 21, 2001
More information:
www.catholic-hierarchy.org
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German Für den Kardinal gibt´s "Fingerfood" statt Sahnetorte
May 15, 2006
Am Dienstag wird sein Chef, der Kardinal, 70 Jahre alt. Und als Generalvikar ist es Dietmar Giebelmanns Aufgabe, die Geburtstagsfeier zu organisieren. Nach turbulenten Wochen ist die Planung jetzt so ziemlich abgeschlossen - und Giebelmann fand sogar ein Stündchen Zeit für einen Espresso mit der AZ.

(Allgemeine Zeitung, 13.05.2006) Wochen, nein Monate des Organisierens liegen hinter ihm. Ein Geburtstagsfest mit 1300 Gästen auf die Beine zu stellen, ist schließlich keine Kleinigkeit, und die Gästeliste liest sich wie das Who is Who von Deutschlands Politik und Geistlichkeit: Von Erzbischof Meisner bis Bundeskanzlerin Merkel kommen sie alle.

Espresso

Jetzt rückt der große Tag unaufhaltsam näher, am Dienstag feiert Karl Kardinal Lehmann seinen 70. Und Chef-Planer Dietmar Giebelmann? Strahlt nichts als Gelassenheit aus. "Ach wissen Sie, wir sehen das nicht mit so großer Aufgeregtheit", lächelt der Generalvikar, "Wir wollen, dass es ein Tag der Freude wird. Und wenn etwas schief läuft, dann wird es eben gerichtet." Sagt´s und richtet kurz einen schelmischen Blick nach oben - dorthin, wo er den vermutet, der schon alles gutgehen lässt.

Giebelmann - der in diesem Jahr übrigens selbst einen runden, nämlich den 60. Geburtstag feiert, will vor allem eines: dem Kardinal einen schönen Tag bereiten. "Weil er ein toller Chef ist", lacht Giebelmann. Was er Lehmann persönlich wünscht? "Dass er seine Tatkraft und seine Fröhlichkeit erhält - und dass er noch lange unser Bischof ist."

Übrigens: Das Bischöfliche Ordinariat hält sich nicht ganz an die Anweisung des Kardinals, von Präsenten doch bitte abzusehen und statt dessen für die Domstiftung zu spenden. "Wir schenken ihm eine kleine barocke Statue seines Namensvetters Karl Borromäus aus der Zeit um 1750", erzählt Giebelmann. Trotzdem hofft er, dass die 1 300 geladenen Gäste keine Geschenke mitbringen: "Die Übergabe wäre gar nicht zu organisieren."

Dem Kardinal sei ohnehin vor allem eines wichtig: die Begegnung mit den Gästen. "Er freut sich drauf, viele alte Freunde und Bekannte wiederzusehen", verrät der Generalvikar. Längst nicht nur Prominente habe Lehmann eingeladen. "Es kommen auch ein Schulkamerad, seine Familie, sein Doktorvater werden da sein - einfach viele Weggefährten frühester Zeit."

Gefeiert wird zuerst im Dom mit einem Pontifikalamt, dann geht es mit Festakt und Empfang in der Rheingoldhalle weiter. Bekommt der Kardinal eigentlich auch eine Geburtstagstorte? Giebelmann lacht. "In der Rheingoldhalle wird´s keine geben. Aber wer weiß - vielleicht backen ihm die Schwestern im Bischofshaus ja eine. Beim großen Empfang wird nicht nur auf eine Torte, sondern auch auf ein zeitaufwendiges Menü verzichtet. "Es gibt ein Buffet mit - na, wie heißt das - Fingerfood", erzählt Giebelmann. Da sei der Kardinal flexibler und könne zwischen seinen Gästen umherlaufen. "Es wird sowieso schwierig werden, mit allen ein paar Worte zu wechseln."

Aus Gründen der Sicherheit dürfen nur geladene Gäste in den Dom und in die Rheingoldhalle - das "normale Volk" muss draußenbleiben. Wie wohl der volksnahe Kardinal dazu steht? "Das tut uns allen weh", sagt Dietmar Giebelmann. "Aber das ist der Preis, den wir dafür zahlen müssen, dass so prominente Gäste kommen." Das Bundeskriminalamt habe die Sicherheitsauflagen formuliert - so wird es etwa am Domportal Einlass-Schleusen geben. "Aber Mainz wird nicht im Ausnahmezustand sein wie damals bei Bush", versichert Giebelmann lachend: "Kanaldeckel werden nicht zugeschweißt."

Die große "Fete" mit allen, die Lehmann gratulieren wollen, steigt dann am 21. Mai rund um den Dom. Das Bistumsfest "wird dann der Freudentag, das Bad in der Menge", sagt Giebelmann. "Dabei kann jeder, der will, dem Kardinal die Hand schütteln."

Als dieser übrigens, lang ist´s her, zum ersten Mal über seinen 70. Geburtstag nachdachte, wünschte er sich nur eine kleine Feier und einen Gottesdienst, erzählt Giebelmann. "Und es war wirklich nur ein bescheidenes Fest geplant, wir kamen erst gar nicht darauf, etwas Größeres zu veranstalten. Doch dann wurde daraus ein Ball, der immer größer wurde, je länger er rollte." Am besten zeige dies das wachsende Medieninteresse. "Zuerst fragte der SWR an, ob er einen Eineinhalb-Minuten-Beitrag über den Gottesdienst für die Landesschau machen könne. Und was ist jetzt daraus geworden? Eine Live-Übertragung in der ARD." Doch im Grunde sieht Giebelmann den Rummel mit Freude - zeigt er doch, "wie beliebt der Kardinal bei den Menschen ist."
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