Karl Cardinal Lehmann Karl Cardinal Lehmann
Function:
Bishop of Mainz, Germany
Title:
Cardinal Priest of San Leone I
Birthdate:
May 16, 1936
Country:
Germany
Elevated:
Feb 21, 2001
More information:
www.catholic-hierarchy.org
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German Kardinal Lehmann kritisiert Tendenz zur Lebensfeindlichkeit
Apr 04, 2006
In Berlin wurde die „Woche für das Leben“ präsentiert, die von 29. April bis 6. Mai veranstaltet wird.

Berlin (www.kath.net, 30. März 2006) „Es darf nicht sein, dass wir auf eine Situation zusteuern, in der die Geburt eines Kindes nur noch davon abhängt, ob es den Vorstellungen der Eltern oder den Erwartungen der Gesellschaft entspricht.“ Das bemerkte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, bei der Präsentation der „Woche für das Leben“, die von 29. April bis 6. Mai stattfindet.

Sie steht unter dem Motto „Von Anfang an uns anvertraut. Menschsein beginnt vor der Geburt“ und wird von der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) organisiert. Die sinkenden Geburtenzahlen in Deutschland offenbarten, dass „es mit unserer Gesellschaft, mit ihrem Ethos, ihren Maßstäben und ihren Konsensen nicht mehr stimmt“, stellte Kardinal Lehmann fest.

Er forderte dazu auf, Familienpolitik wirklich als Querschnittsaufgabe anzugehen, da die verschiedenen Gründe für die demographische Entwicklung nicht isoliert voneinander gesehen werden dürften. Insgesamt seien die Rahmenbedingungen für die Erziehung von Kindern, die letztlich auch von den Einstellungen und Haltungen der einzelnen Personen beeinflusst werden, in der Gesellschaft nicht förderlich. Dieser Tendenz zur Lebensfeindlichkeit setze die Woche für das Leben "eine Botschaft der Hoffnung und der Lebensbejahung entgegen".

Kinder bedürfen vom ersten Augenblick ihres Daseins im Mutterleib des besonderes Schutzes und der Fürsorge, so der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz weiter. Diese Aufgabe betreffe nicht nur die Schwangeren, sondern auch ihr Umfeld. Im Blick auf die Pränataldiagnostik warnte Kardinal Lehmann vor einer „Mentalität der vorgeburtlichen Selektion“. Es dürfe nicht sein, „dass wir auf eine Situation zusteuern, in der die Geburt eines Kindes nur noch davon abhängt, ob es den Vorstellungen der Eltern oder den Erwartungen der Gesellschaft entspricht“, betonte Lehmann.

Das „Ja“ zu Kindern dürfe nicht darin begründet liegen, dass sie die Rente sichern, sondern „dass sie ein Gottesgeschenk, das wichtigste Glück des menschlichen Lebens und ein Wert in sich selbst sind“, betonte EKD-Ratsvorsitzender, Bischof Wolfgang Huber. Er kritisierte die hohe Zahl an Abtreibungen in Deutschland: Rund 130.000 werden jedes Jahr dem Statistischen Bundesamt gemeldet. Lebensrechtler schätzen, dass die Dunkelziffer etwa ebenso hoch ist.

„Selbst nach der offiziellen Statistik kommt auf jedes fünfte lebend geborene Kind ein Schwangerschaftsabbruch“, sagte Huber. Aufgabe der Kirchen sei es, die Freude über neugeborene Kinder zu teilen und zu unterstützen. Diese Freude korrespondiere mit der Trauer um jedes Kind, das wegen eines Schwangerschaftskonflikts nicht geboren werde.

„Dabei halten wir unmissverständlich daran fest, dass wir das werdende Leben nur mit den Frauen und nicht gegen sie schützen können.“ Schwangere in einer Konfliktsituation verdienten Respekt, Unterstützung und Stärkung. Der Lebensschutz müsse jedoch „besser gelingen als bisher“, forderte Huber. „Dass den gesetzlich ermöglichten Spätabtreibungen ein Ende gemacht wird, ist in diesem Zusammenhang ein wichtiger und notwendiger Schritt.“
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