Karl Cardinal Lehmann Karl Cardinal Lehmann
Function:
Bishop of Mainz, Germany
Title:
Cardinal Priest of San Leone I
Birthdate:
May 16, 1936
Country:
Germany
Elevated:
Feb 21, 2001
More information:
www.catholic-hierarchy.org
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German "Die Ärzte nicht alleine lassen"
Mar 17, 2006
Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, hat in der Debatte um Sterbehilfe verbindliche Patientenverfügungen gefordert.

BREMEN (epd, 15.03.2006) Die Rechtsgültigkeit sei nach wie vor unklar, kritisierte Lehmann am Montagabend bei einer ökumenischen Podiumsdiskussion unter dem Thema "In Würde sterben" in Bremen. So müsse entschieden werden, ob eine mündliche Verfügung reiche und wie alt sie sein dürfe. Ohne Klärung "lassen wir die Ärzte zu sehr allein".

Lehmann, der nach eigenen Angaben selbst keine Patientenverfügung ausgefüllt hat, warb für mehr Vertrauen zu den Ärzten. Die Überzeugung, "dass mir dieser Mensch hilft, kann durch keine Patientenverfügung ersetzt werden". Derzeit gibt es rund sieben Millionen Patientenverfügungen in Deutschland, in denen Menschen festgelegt haben, wie Ärzte und Angehörige mit ihnen umgehen sollen, wenn sie selbst nicht mehr entscheiden können. Eine große Anzahl von Organisationen bietet unterschiedliche Muster und Formulare an.

Eine Sterbebegleitung könne nur bedeuten, das Leben medizinisch nicht um jeden Preis zu verlängern, lehnte Lehmann jede aktive Sterbehilfe und damit das gezielte Herbeiführen des Todes ab. Auch Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) sprach sich während der Diskussion in der überfüllten Kirche Unser Lieben Frauen gegen jede aktive Sterbehilfe aus. Mit Regelungen wie in Belgien und den Niederlanden "brechen Dämme", warnte der Senatspräsident, der auch Justiz- und Kirchensenator ist.

"Wir müssen sehr sorgfältig darauf achten, dass wir bestimmte Grenzen nicht überschreiten", betonte der Politiker. Problematisch werde es, wenn es um die Selbstbestimmung bei dementen und depressiven Menschen gehe. Überdies könne ein würdevolles Sterben nicht mit Paragraphen und Appellen geregelt werden. Medizinische und theologische Aspekte seien dabei genauso wichtig wie menschliche Nähe.

Die Bremer Philosophie-Professorin Dagmar Borchers verteidigte Formen aktiver Sterbehilfe wie die Beihilfe zur Selbsttötung. Die Strahlenmedizinerin Susanne Staar sagte, es gebe ein Ende des therapeutischen Weges. Das müssten Ärzte klar sagen. Radio Bremen hat die Podiumsdiskussion in der ökumenischen Veranstaltungsreihe "Das Stadtgespräch" aufgezeichnet. Eine Zusammenfassung soll am Sonnabend, 25. März, ab 17.05 Uhr im Nordwestradio laufen.
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