Karl Cardinal Lehmann Karl Cardinal Lehmann
Function:
Bishop of Mainz, Germany
Title:
Cardinal Priest of San Leone I
Birthdate:
May 16, 1936
Country:
Germany
Elevated:
Feb 21, 2001
More information:
www.catholic-hierarchy.org
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German Der AP-WM-Countdown - Noch 106 Tage bis zum Anpfiff
Feb 28, 2006
Mit Gottesdiensten, sozialen Hilfsangeboten und eigenen Veranstaltungen will die katholische Kirche die Fußball-WM im Sommer begleiten. «Das ist eine große Chance für uns, die Fenster zur Welt ganz weit aufzumachen», sagte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, am Donnerstag in Mainz. Eine Schlüsselrolle komme dabei den rund 480 muttersprachlichen Gemeinden in Deutschland zu.

Mainz (AP, 23 Feb 2006) Lehmann erinnerte daran, dass zwei Millionen der in der Bundesrepublik lebenden Katholiken keinen deutschen Pass haben. Die Seelsorger der nichtdeutschen Gemeinden würden den ausländischen Mannschaften und Fans helfend zur Seite stehen: «Sie werden sowohl die Mannschaftsquartiere besuchen als auch Kontaktmöglichkeiten in die Gemeinden vermitteln und Besichtigungsprogramme begleiten.» Das WM-Motto «Die Welt zu Gast bei Freunden» werde von der katholischen Kirche ernst genommen.

Wie Wolfgang Miehle, Chef der Ausländerseelsorge bei der Deutschen Bischofskonferenz, erläutert, können die muttersprachlichen Gemeinden in Deutschland fast alle WM-Teilnehmernationen abdecken. So gebe es in Deutschland allein 85 kroatische Gemeinden, 77 italienische und 65 polnische. Auch über spanisch und portugiesisch sprechende Geistliche - besonders wichtig für Fans aus Südamerika - verfügt die Kirche zu Dutzenden: «Die muttersprachlichen Gemeinden haben eine besondere Brückenfunktion, die jetzt bei der WM zum Vorschein kommt», erklärt Miehle.

Doch nicht nur Gottesdienste in den Sprachen der 32 Teilnehmernationen oder spezielle Besuchsprogramme will die Kirche anbieten. Auch in den deutschsprachigen Gemeinden soll die WM gebührend gefeiert werden. So hat der Verband der Diözesen Deutschlands ein Anmeldeverfahren entwickelt, dass es Kirchengemeinden ohne großen Aufwand ermöglicht, Public Viewing in ihren Gemeinderäumen anzubieten.

Die Schattenseiten der Weltmeisterschaft will die Kirche nicht ausklammern. Wie Lehmann erläutert, sollen die caritativen Einrichtungen der Kirche Anlaufstelle für Fans in Notlagen sein. Auch gegen Prostitution während des Großereignisses will die Kirche vorgehen.

So verweist Lehmann auf alarmierende Schätzungen, wonach zur WM Zehntausende Zwangsprostituierte aus Osteuropa eingeschmuggelt werden sollen. Katholische Frauenorganisationen und Initiativen seien dabei, Hilfsangebote für die betroffenen Frauen vorzubereiten, sagte der Kardinal: «Das ist ein wichtiger Schutz.» Eine enge Zusammenarbeit mit der Polizei vor Ort sei geplant.

Einen Überblick über die Aktivitäten der Kirche gibt eine eigens geschaffene Homepage, die seit Donnerstag im Internet zugänglich ist. Unter der Internetadressse kirche-am-ball.de finden Fußballfans aus aller Welt nicht nur Besinnliches, sondern auch Informationen zu Glaubensangeboten in den WM-Städten. Darüber hinaus gibt es liturgische Anregungen von A wie Abseitsfalle bis Z wie Zuspiel für Geistliche, die ihre Messe während der WM unter das Thema Fußball stellen wollen.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz räumt ein, dass das Verhältnis zwischen Kirche und Sport nicht ganz spannungsfrei ist. «Es gibt in der Gegenwart Phänomene, die den Sport als Religion und den Fußball als Gott überschätzen», sagte Lehmann. Hier müsse die Kirche Kritik üben. Auch der Umstand, dass viele Länder aus Anlass der WM die Ladenöffnungszeiten völlig freigeben wollen, was auch Geschäftszeiten an Sonn- und Feiertagen ermöglicht, stößt dem Kardinal sauer auf. Dies lasse sich hinnehmen, wenn die Freigabe der Ladenöffnungszeiten während der WM ein einmaliges Ereignis bleibe, erklärte der katholische Oberhirte.

Dass die katholische Kirche ohne Berührungsängste sich dem Thema WM widmet, hat sicherlich auch etwas mit der Fußballbegeisterung des Mainzer Kardinals zu tun. Lehmann gibt zu, dass er nicht nur in seiner Jugend ein eifriger Fußballer war, sondern auch heute noch bei wichtigen Spielen mitfiebert. Ob er auf einen deutschen Titelgewinn setzt, mag der 69-Jährige allerdings nicht verraten. «Wer gewinnt, ist mir nicht so wichtig», erklärt der Mainzer Kardinal: «Ich freue mich auf gute Spiele.»

http://www.kirche-am-ball.de
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