Karl Cardinal Lehmann Karl Cardinal Lehmann
Function:
Bishop of Mainz, Germany
Title:
Cardinal Priest of San Leone I
Birthdate:
May 16, 1936
Country:
Germany
Elevated:
Feb 21, 2001
More information:
www.catholic-hierarchy.org
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German "Die Juden sind unsere älteren Brüder"
Aug 06, 2005
Vortrag von Kardinal Lehmann zum Dialog: “Die Juden sind unsere älteren Brüder. Dabei vergessen wir nicht, was ihnen auch von Christen angetan worden ist.”

(Main-Rheiner, 22.07.2005) MAINZ – “Dies ist der Grund, warum dieser Dialog im Gespräch der Religionen, von der innerkirchlichen Ökumene abgesehen, immer noch einen herausragenden Vorrang genießt." Das sagte der Bischof von Mainz, Kardinal Karl Lehmann bei einem Vortrag im Plenarsaal des rheinland-pfälzischen Landtages in Mainz.

Weiter sagte der Kardinal, dass die Entfremdung zwischen Christen und Juden eine "schwere Hypothek ist, die die Kirchen heute nicht einfach abstreifen können". Das Thema könne auch nicht durch Grundsatzerklärungen erledigt werden, da die historische Last zu groß sei. "Der Antisemitismus bleibt ein Problem. Vorurteile werden auch heute noch nachgesagt. Der Bodensatz antijüdischer Einstellungen ist nach wie vor präsent", unterstrich Lehmann.

Die Christen hätten eine große Verantwortung bei der Aufklärung der Vorurteile. Sie hätten mit dem Bild des "Gottesmordes" eine Vorgabe gemacht, an der sich andere.

Als ein "historisches Ereignis" bezeichnete Lehmann auch den 1993 geschlossenen Grundlagenvertrag zwischen dem Staat Israel und dem Heiligen Stuhl, der nicht nur zur Anerkennung das Staates Israel, sondern auch im September 1994 zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen geführt habe. Der Kardinal hob zudem die Arbeit des Gesprächskreises "Juden und Christen" beim Zentralkomitee der Deutschen Katholiken hervor.

Die bisher ereichte Annäherung bezeichnete der Kardinal als "ersten Durchbruch". Es sei eine "neue Epoche erreicht", hinter die man nicht mehr zurück gehen könne. Allerdings müsse noch gründlicher geprüft werden, "wie weit die Kirchen eine Mitschuld an dem furchtbaren Geschehen der Schoah tragen".

Zum Ende seines Vortrages sagte der Kardinal: "Der ,erste Durchbruch´ hat sicher erreicht, dass wir uns gelassener kritische Dinge sagen können, die bisher nicht in dieser Form möglich waren. Wir wünschen uns gegenüber wachsender Säkularisierung eine gemeinsame intensive Auseinandersetzung zur Gottesfrage. Dabei ist selbstverständlich, dass weder die Vorgeschichte vor Auschwitz beschönigt werden, noch dass man auf die Endzeit nach aller Geschichte ausweichen darf, um Auschwitz zu relativieren. In diesem Sinne geht es wirklich um eine ,Theologie nach Auschwitz’".
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