Karl Cardinal Lehmann Karl Cardinal Lehmann
Function:
Bishop of Mainz, Germany
Title:
Cardinal Priest of San Leone I
Birthdate:
May 16, 1936
Country:
Germany
Elevated:
Feb 21, 2001
More information:
www.catholic-hierarchy.org
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German Der Dialog braucht Vorbilder
Jul 04, 2005
In einem Vortrag über den "Vorrang des jüdisch-christlichen Gesprächs im interreligiösen Dialog" hat Karl Kardinal Lehmann im Plenarsaal des rheinland-pfälzischen Landtags für ein offenes Aufeinanderzugehen von Christen und Juden geworben. Ziel müsse es sein, intensiv miteinander ins Gespräch zu kommen, ohne eigene Glaubensüberzeugungen aufzugeben.

(Rhein-Mainer, 02.07.2005) Herzlich applaudierten alle Zuhörer gleich welchen Glaubens im gut gefüllten Rund des Saales, als der Mainzer Bischof an das Rednerpult trat. "Die drei abrahamitischen Religionen - Christentum, Judentum und Islam - müssen sich mit deutlich erkennbarem Profil kennen lernen und dann aufeinander zugehen", so Kardinal Lehmann zu Beginn seiner Rede, die Teil einer Vortragsreihe mit dem Titel "Stichwort: jüdisch" war.

Initiiert hatte die Reihe der Verein "Eine neue Synagoge für Mainz e. V.", der sich den Neubau einer Synagoge in der Neustadt zum Ziel gesetzt hat. Die Vereinsvorsitzende, Irina Wittmer, berichtete, dass die Gemeinde von 150 auf über 1000 Mitglieder gewachsen sei.

Die Vortragsreihe "Stichwort: jüdisch" soll dem Verein jedoch nicht nur "zu mehr Öffentlichkeit verhelfen", wie es Elke Hammer, Vizepräsidentin des rheinland-pfälzischen Landtags, als Gastgeberin formulierte. Sie soll auch bedeutenden Persönlichkeiten "Gelegenheit geben, über ihr Verhältnis zum Judentum, zu dessen Geschichte und Kultur Auskunft zu geben."

Der Moderator des Abends, Thomas F. Koch vom Kulturprogramm des Südwest-Rundfunks (SWR 2), sagte: "Es ist ein Zeichen guter Nachbarschaft, wenn der erster Vertreter der katholischen Kirche in Mainz um Spenden für die jüdischen Gemeinde trommelt."

Dass eine weitere Verbesserung des Verhältnisses zwischen Juden und Christen von historischer Bedeutung sei, betonte auch Kardinal Lehmann. Vom 1. Jahrhundert an hätten sich Christentum und Judentum sukzessive voneinander entfernt. Die Nazis hätten dann den vom Christentum über Jahrhunderte verbreiteten Antisemitismus genutzt, um in den Juden ein Feindbild mit immer neuen Etikettierungen zu kreieren. Leider gebe es unter den Christen noch heute einen "Bodensatz antijüdischer Tendenzen", sagte Lehmann.

Um das Verhältnis zwischen Christentum, Judentum und anderen Religionen weiter zu verbessern, "braucht es Kraft, Mut und Vorbilder wie Papst Johannes Paul II", sagte Lehmann. "Das Gespräch zwischen den Religionen soll Bereitschaft zur Aussöhnung schaffen und jeglichem Fundamentalismus entgegentreten", so der Kardinal.
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