Karl Cardinal Lehmann Karl Cardinal Lehmann
Function:
Bishop of Mainz, Germany
Title:
Cardinal Priest of San Leone I
Birthdate:
May 16, 1936
Country:
Germany
Elevated:
Feb 21, 2001
More information:
www.catholic-hierarchy.org
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German "Wann darf ein Mensch sterben?"
Jun 02, 2005
Spätestens seit dem Kampf um das Leben der Koma-Patientin Terri Schiavo sind Themen wie aktive Sterbehilfe, Euthanasie oder Patientenverfügung in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gerückt.

(Main-Rheiner, 01.06.2005) Den Fall der Ende März gestorbenen Amerikanerin klammerte Karl Kardinal Lehmann in seinem Vortrag mit dem Thema "Wann darf ein Mensch sterben? Überlegungen zu neueren Entwicklungen in der Debatte um die Sterbehilfe" nicht aus. Den zweiten Beitrag der vom Erbacher Hof veranstalteten Reihe "Vorträge im Dom" sprach Lehmann im gut gefüllten Gotteshaus.

Man könne froh sein, so Kardinal Lehmann, über die Errungenschaften der modernen Medizin. Doch der Fall Schiavo habe auch Gefahren vor Augen geführt, die sich dahinter verbergen.

Nicht jedes Mittel zur Lebensverlängerung solle angewendet werden. "Es gibt eine Grenze", so Lehmann, der unterstrich, dass es "einen Unterschied zwischen Töten und Sterben lassen" gebe. Aktive Sterbehilfe durch Medikamente lehne die Kirche strikt ab.

Der Kardinal nahm die Ärzte in die Pflicht: Wer krank werde, begebe sich in die Hände der Ärzte. Auch Menschen, die nicht mehr bei Bewusstsein seien, verlören nicht ihre Menschenwürde. "Nicht wir verleihen die Menschenwürde. Deshalb darf sie auch nicht von uns angetastet werden", warnte Lehmann.

Es werde oft argumentiert, wer aktive Sterbehilfe leiste, zeige Mitleid. "Aber auch die Leidensfähigkeit gehört zum Menschen", bemerkte Lehmann. In der christlichen Patientenverfügung, die laut Lehman seit 1999 bereits 1,5 Millionen mal angefordert wurde, stehe der Wunsch des Patienten, "dass keine lebensverlängernden Maßnahmen vorgenommen werden sollen, wenn es keine Aussicht auf Besserung gibt und sich das Sterben nur verlängern würde".

Kardinal Lehmann kritisierte, dass es neben der christlichen etwa hundert verschiedene Versionen einer Patientenverfügung gebe. "Wir brauchen rechtliche Klarheit", forderte er vom Gesetzgeber.
Grundsätzlich könnten Verfügungen eine große Hilfe sein. Aber: "Der dort geäußerte Wille muss nicht identisch sein mit dem Willen im tatsächlichen Fall einer Erkrankung."
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