Karl Cardinal Lehmann Karl Cardinal Lehmann
Function:
Bishop of Mainz, Germany
Title:
Cardinal Priest of San Leone I
Birthdate:
May 16, 1936
Country:
Germany
Elevated:
Feb 21, 2001
More information:
www.catholic-hierarchy.org
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German Kardinal Lehmann fordert europäischen Sozialstaat
May 05, 2005
Karl Kardinal Lehmann hat in seiner Predigt am Vorabend des 1. Mai im Dom dazu aufgerufen, "einen europäischen Sozialstaat" zu schaffen. Es gelte, in größeren Kategorien zu denken und neue Formen der Integration zu schaffen, um die Schwierigkeiten im Europa der 25 gemeinsam zu meistern.

(Main-Rheiner, 02.05.2005) Die Schwierigkeiten gemeinsamen Handelns waren auch Thema eines sich an den Gottesdienst anschließenden Gesprächsabends im Erbacher Hof: Er stand unter dem Titel: "Europa der 25. Ein Jahr EU Osterweiterung" und wurde veranstaltet vom Kolpingwerk, der Katholischen Arbeiterbewegung und dem Referat Berufs- und Arbeitswelt im Bistum Mainz.

Referent Volker Fasbender, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VHU), berief sich in seinem Vortrag auf eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln und wies darauf hin, dass Deutschland unter dem Strich wirtschaftlich von der EU-Osterweiterung insgesamt profitieren könne. Er sprach sich unter anderem für ein einfacheres, gerechtes Steuersystem, die Anhebung des Rentenalters und Arbeitszeitverlängerungen ohne Lohnausgleich aus. Fasbender warnte vor weiteren gesetzlichen Restriktionen - die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns würde zu einer Abschottung Deutschlands führen.

Ernst-Ludwig Laux, stellvertretender Bundesvorsitzender der IG Bau vertrat die Meinung, die Menschen müssten wieder positiver denken: "Angst zieht uns nur runter." In puncto Mindestlohn widersprach er Fasbender, ohne eine solche gesetzliche Regelung würde das deutsche Sozialsystem weiter zerstört. Das Kernproblem sei das der Gerechtigkeit: "Die Frage ist, wieviel die Leute bereit sind zu zahlen, wenn es nachvollziehbar, sozial und arbeitsplatzsichernd ist."

Die anschließende Diskussion, die von Stefan Schröder, stellvertretender AZ-Chefredakteur, moderiert wurde, zeigte, wie schwer es jedoch zu sein scheint, vor dem gemeinsamen Handeln zunächst zu einem gemeinsamem Standpunkt zu kommen. Pfarrer Harald Röper monierte die "Schlaksigkeit im Umgang mit dem Thema Umwelt". Der Ausbau des Frankfurter Flughafens, Kindergärten und Bildung waren weitere Themen, die von den rund 300 Gästen und den Vertretern auf dem Podium zum Teil sehr lebhaft diskutiert wurden.

An drei Unternehmer aus dem Bistum, die besonderes Engagement bei der Vergabe von Ausbildungsplätzen an Jugendliche gezeigt hatten, wurden die Preise der "Pfarrer Röper Stiftung" verliehen, darunter die Mainzer Floristin Cornelia Becht und der Mainzer Bauunternehmer Hermann Karrie.

Das Schlusswort blieb wiederum Kardinal Lehmann vorbehalten. Er sagte, der europäische Sozialstaat sei kein Automatismus, sondern ein humaner Auftrag, für den alle kämpfen müssten: "Wir befinden uns in einer schwierigen Zeit des Übergangs; zu verzichten, ohne bitter zu werden, ist nur möglich, wenn es gerecht zugeht."
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