Karl Cardinal Lehmann Karl Cardinal Lehmann
Function:
Bishop of Mainz, Germany
Title:
Cardinal Priest of San Leone I
Birthdate:
May 16, 1936
Country:
Germany
Elevated:
Feb 21, 2001
More information:
www.catholic-hierarchy.org
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German "Unzulässige Vereinfachungen"
Feb 09, 2013
Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann beklagt eine Boulevardisierung in den Medien. Es gehe oftmals nur noch darum, Sensationsgier zu erregen, schreibt der Kardinal in seine Kolumne für seine Bistumszeitung "Glaube und Leben".

Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann beklagt eine Boulevardisierung in den Medien. Es gehe oftmals nur noch darum, Sensationsgier zu erregen, schreibt der Kardinal in seine Kolumne für seine Bistumszeitung "Glaube und Leben".

Lehmann äußert zugleich Verständnis für knapp gefasste journalistische Beiträge. Sie könnten durchaus einen ersten Eindruck vermitteln, bedürften aber einer längeren Erläuterung, etwa in Form eines Essays oder eines Kommentars. Das aber werde erschwert, wenn Vorgänge von Anfang an zugespitzt, manchmal auch dramatisiert würden, um eine besondere Aufmerksamkeit zu schaffen. Dann bleibe eine sachliche und nüchterne Betrachtung auf der Strecke: "Unsere Welt wird immer umfassender und differenzierter, während einige Medien glauben machen, man könne grenzenlos vereinfachen."

Unzulässige Vereinfachungen sieht Lehmann in letzter Zeit immer öfter bei Nachrichten über die Kirche. Als Beispiele nennt er solche über den Stopp der Missbrauchsstudie des Kriminologen Christian Pfeiffer und über die Abweisung einer mutmaßlich vergewaltigten Frau durch zwei katholische Kliniken in Köln.

Hoffnungslos verengte Sicht

Hinsichtlich des Kölner Falls spricht Lehmann von einer beinahe hoffnungslos verengten Sicht auf die Frage eines Ja oder eines Nein zur "Pille danach". Es falle dann vieles einfach aus, was grundlegend wichtig ist: "die menschliche Sorge, die Zuwendung zu einer tief verletzten Frau, die psychologischen und auch seelsorglichen Möglichkeiten, Empathie und Sensibilität, die medizinischen Maßnahmen, das Gespräch über den Vorfall und den möglichen Umgang mit den Folgen." Wenn alles reduziert werde auf die Verabreichung oder Verweigerung der "Pille danach", finde keine menschenwürdige, ganzheitliche Hilfe statt. Allein schon das Wort "Pille danach" sei vieldeutig und enthalte mehrere recht verschiedenartige Medikamente mit unterschiedlichen Wirkweisen, so Lehmann.

"Vorsicht, damit man nicht in solche Fallen tappt", mahnt der Kardinal auch die Medienverantwortlichen der Kirche. Man dürfe nicht einfach darauf losreden, sondern müsse die Bedingungen eines Interviews klären und vereinbaren, im Zweifelsfall auch eher auf ein Interview verzichten.

http://www.domradio.de/nachrichten/2013-01-29/kardinal-lehmann-ruegt-berichterstattung-zu-kirchenthemen
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