Kurt Cardinal Koch Kurt Cardinal Koch
Function:
President of the Pontifical Council for Promoting Christian Unity
Title:
Birthdate:
Mar 15, 1950
Country:
Switzerland
Elevated:
Nov 20, 2010
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German Kardinal Kurt Koch spricht in reformierter Zürcher Peterskirche
Oct 10, 2013
Der ehemalige Bischof von Basel, der heutige Kardinal Kurt Koch, ist am Mittwochnachmittag zum Abschluss des viertägigen internationalen Reformationskongresses in der reformierten Zürcher Kirche St. Peter aufgetreten.

Deutlich wurden grundlegend unterschiedliche Ziele der Ökumene.

Mit der Einladung Kochs unterstrichen die Kongressorganisatoren die konfessionsübergreifend ökumenische Ausrichtung der Veranstaltung. Dieser wurde im Hinblick auf das 500-Jahr-Reformationsjubiläum von 2017 in der Zwinglistadt Zürich durchgeführt.

Koch machte laut Redemanuskript klar, dass die Reformation «keinen Exklusivanspruch an die Reform der Kirche erheben» könne. Als «zweifellos radikalsten Reformer» bezeichnete er den Heiligen Franz von Assisi. Dieser habe es geschafft, eine radikale Kirchenreform «in Einheit mit der kirchlichen Hierarchie» zu erreichen. Die Reformen der Reformatoren aber hätten «allesamt zur Kirchenspaltung geführt».

Genau genommen sei Martin Luther mit seinem eigentlichen Anliegen gescheitert: Ihm sei es um «eine durchgreifende Reform der ganzen Kirche» gegangen und nicht um die «schliesslich zerbrochene Einheit» und das Entstehen neuer Kirchen.

Es gelte aber, in die Zukunft zu schauen, sagte Koch. Man müsse sich fragen «wohin unsere weitere ökumenische Reise gehen soll». In den letzten Jahren sei das Ziel des ökumenischen Dialogs allerdings immer undeutlicher geworden. Und wo kein Ziel erkennbar sei, riskierten die Partner, in verschiedene Richtungen zu gehen und sich noch weiter von einander zu entfernen.

Laut Koch stehen sich heute zwei praktisch unvereinbare Ökumene-Verständnisse gegenüber. Einerseits die katholische und orthodoxe Seite: Sie bestehe auf einer Einheit im gemeinsamen Glauben, in den Sakramenten und den kirchlichen Ämtern.

Ganz anders die Reformatorischen Kirchen: Sie strebten die gegenseitige Anerkennung «aller vorhandenen kirchlichen Wirklichkeiten als Kirche und damit als Teile der einen Kirche Jesu Christi» an.

Kernanliegen «Einheit in der Vielfalt»

Genau diese Forderung nach Pluralismus ist ein Grundanliegen im Hinblick auf das Reformationsjubiläum. Angestrebt werde «Einheit in der Vielfalt» , sagte Gottfried Locher, Präsident des Rates des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK), an der Medienkonferenz zum Abschluss des Kongresses. Wichtig sei, «bei aller Vielfalt sich selber treu zu bleiben».

«Keine Kirche hat die ganze Wahrheit», sagte die Theologin Margot Kässmann, Botschafterin des Rates der evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für das Jubiläum. Aus den konfessionellen Auseinandersetzungen sei eine eigentliche «Schuldgeschichte» geworden. Sie hätten viel Leid über die Menschen gebracht.

Es sei eine «heilsame Botschaft», dass Versöhnung über die Spaltung hinweg möglich sei. Damit spielte Kässmann unter anderem darauf an, dass erstmals ein Reformationskongress von SEK und EKD gemeinsam organisiert wird: Luther und Zwingli hatten sich 1528 über Fragen der Sakramente derart zerstritten, dass es zum Bruch der beiden Reformationsströmungen kam.

http://www.limmattalerzeitung.ch/limmattal/zuerich/kardinal-kurt-koch-spricht-in-reformierter-zuercher-peterskirche-127260756
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