Kurt Cardinal Koch Kurt Cardinal Koch
Function:
President of the Pontifical Council for Promoting Christian Unity
Title:
Birthdate:
Mar 15, 1950
Country:
Switzerland
Elevated:
Nov 20, 2010
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German Ökumene: Kardinal Koch sieht kein gemeinsames Ziel der Kirchen
Jan 06, 2012
Präsident des Päpstlichen Einheitsrates referierte in Rom über aktuelle Herausforderungen in der Ökumene und Helmut Qualtinger

Rom (KAP) Vor der Devise des legendären Wiener Kabarettisten und Schauspielers Helmut Qualtinger als Leitmotto für die Ökumene hat Kardinal Kurt Koch gewarnt: "Ich weiß zwar nicht wohin ich will, aber dafür bin ich schneller dort." Das sei in der Ökumene kein gangbarer Weg, sagte der Präsident des Päpstlichen Einheitsrates bei einem Vortrag in Rom. Es brauche zuerst eine Verständigung unter den Kirchen auf das gemeinsame Ziel, dieses Ziel werde derzeit aber immer undeutlicher, befand Koch, wie Radio Vatikan berichtete: "Wir haben verschiedene Konzeptionen von der Einheit, aber wie haben kein gemeinsames Ziel. Und das macht es schwierig." Nachsatz: "Wir müssen neu suchen, was das eigentliche Ziel ist."



Zugleich ortete der Kardinal in verschiedenen Kirchen eine "neue Rückbesinnung auf ihre eigene konfessionelle Identität". Koch: "Das kann ein großer Vorteil sein, weil man eine klare Identität haben muss, um im Dialog zu sein. Es kann aber auch sein, dass man sich von der Ökumene ein bisschen entfernt."



Eine weitere zentrale Herausforderung in der Ökumene sah Koch in den neuen Gesprächspartner der katholischen Kirche: "Wir haben ein ganz starkes Anwachsen von pentekostalischen Bewegungen. Das ist eine neue Realität in der ganzen Welt, die fast die zweitgrößte Bewegung nach der katholischen Kirche ist. Man muss eigentlich von einer Pentekostalisierung der Ökumene reden", sagte der Kurienkardinal.



Eine herausfordernde Anfrage an den ökumenischen Dialog stelle auch die Entwicklung dar, "dass heute zwischen den Kirchen vor allem ethische Fragen kontrovers sind und dass man auch den Dialog über diese ethischen Fragen stellen muss". Die meisten ethischen Fragen hätten mit dem Menschenbild zu tun, "sodass wir vor der Herausforderung stehen, eine gemeinsame ökumenische Anthropologie, also eine Lehre vom Menschen zu entwickeln".



Ökumenische Gespräche auf nationaler Ebene, wie beim jüngsten Besuch einer Delegation der Deutschen Bischofskonferenz in Moskau betrachtete Kardinal Koch positiv: "Die sind sicher sehr gut, weil wir vom Einheitsrat nur auf Weltebene handeln können. Viele Fragen stellen sich aber regional und da ist es ganz gut, wenn Bischofskonferenzen oder Delegationen in intensiven Kontakt mit einzelnen anderen Kirchen stehen. Ich kann das nur begrüßen und befürworten."



Ebenso haben nach Ansicht des Schweizer Kurienkardinals gemeinsame christliche Feiertage, wie das anstehende Weihnachtsfest, große Bedeutung für die Ökumene: "Die Ökumene steht und fällt damit, dass wir und auf das Kerngeheimnis zurückbesinnen, das uns ja gemeinsam ist und dieses vertiefen. Und Weihnachten, die Menschwerdung Gottes, ist dieses Kerngeheimnis des christlichen Glaubens. Und je näher wir in der Mitte des Glaubens zusammenrücken und uns zusammenfinden, umso näher werden wir auch gemeinsam zu einander kommen."



Zollitsch: Katholiken sollen Luther neu entdecken



Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, hat die Katholiken eingeladen, sich angesichts des 500-jährigen Reformationsgedenkens im Jahr 2017 verstärkt mit Martin Luther zu befassen. Dem Nachrichtenmagazin "Focus" sagte der Freiburger Erzbischof, die von Luther nie gewollte Spaltung der Kirche habe "zu viel Unglück in Deutschland geführt". Das "Reformationsgedenken" biete auch für katholische Christen eine Gelegenheit, sich mit Luther zu beschäftigen und in ihm einen "zutiefst gläubigen Menschen zu entdecken".



Der Papst habe bei seinem Besuch im Sommer dieses Jahres "keinen Zweifel daran gelassen, dass es Martin Luther mit seiner immensen geistigen Kraft um den Glauben an Jesus Christus, um einen Gott der Gnade, Barmherzigkeit und Liebe zu tun war", so Zollitsch. Papst Benedikt XVI. hatte bei seiner Deutschland-Visite auch das frühere Augustiner-Kloster in Erfurt besucht, wo Luther Mönch geworden war und nach seiner Priesterweihe erstmals Gottesdienste gefeiert hatte.
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