Kurt Cardinal Koch Kurt Cardinal Koch
Function:
President of the Pontifical Council for Promoting Christian Unity
Title:
Birthdate:
Mar 15, 1950
Country:
Switzerland
Elevated:
Nov 20, 2010
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German Kardinal Kurt Koch und die Früchte der Ökumene
Dec 24, 2010
Ökumene „ist keine fremde Wirklichkeit"

ROM, 24. November 2010 (ZENIT.org).- Der Päpstliche Rat zur Förderung der Einheit der Christen feiert seinen 50. Geburtstag. Der Ratspräsident nahm diese Gelegenheit wahr, um die Fortschritte des Dialogs und Gebets der letzten fünf Jahrzehnte zu betrachten.
In seinem Bericht mit dem Titel „Die Ernte der Früchte", den Kardinal Kurt Koch zur Plenarversammlung in der vergangenen Woche dem Rat vorgelegt hatte, sagte er, dass die erste Frucht in der Kirche selbst zu finden sei.

Ökumene „ist keine fremde Wirklichkeit" mehr im Leben der Pfarreien und Diözesen, bekräftigte der Kardinal. „Die ‚Ökumene des Lebens' ist von grundlegender Bedeutung. Alle theologischen Bemühungen zur Verwirklichung einer dauerhaften Einigung über grundlegende Fragen des Glaubens zwischen den verschiedenen Kirchen sind ohne sie vergebens."

Manche Fragen seien immer noch die gleichen, wie zu Zeiten des Zweiten Vatikanischen Konzils, erklärte Koch, obwohl sich die katholische Kirche eigentlich auf unwiderrufliche Weise zum Streben nach der Einheit verpflichtet habe. In diesem Zusammenhang sprach er von der Krux der Ekklesiologie - dem Konzept von der Natur der Kirche.

Für Kardinal Koch sind Ökumene und Ekklesiologie eng miteinander verknüpft. Das Grundproblem sei die Beziehung zwischen der Weltkirche und den Ortskirchen. Die Frage, wie sich die katholische Kirche angesichts der „Kirchen" verhalten muss, die nicht zu ihr gehören, stelle sich in Bezug auf die orthodoxen Kirchen und, in anderer Weise, hinsichtlich der protestantischen Kirchen.

Eine „Eucharistische Ekklesiologie" betone, dass die Kirche Jesu Christi dort gegenwärtig sei und sich verwirkliche, wo in einer Eucharistiefeier jede Teilkirche sich um ihren Bischof herum versammle. Dieser Aspekt war von russischen Theologen während ihres Exils in Paris entwickelt worden. Diese Theologie stehe in klarem Widerspruch zum Zentralismus des Papsttums der römisch-katholischen Kirche, so der Kardinal.

Gemäß der katholischen Ekklesiologie sei die Kirche in der konkreten eucharistischen Gemeinde vollständig gegenwärtig, jedoch sei das nicht die „Fülle der Kirche". Das Hauptproblem der Ökumene liege daher in der unterschiedlichen Auffassung des Begriffs Ekklesiologie, der für die orthodoxen Kirchen die nationale Kultur und für die katholische Kirche Universalität bedeute. Obwohl es noch viele Hindernisse für eine völlige Einheit gebe, seien schon viele „ermutigende Schritte" hinsichtlich der Ökumene getan worden.

In Bezug auf die protestantischen Kirchen ergäben sich mehrere Probleme. Die größten Schwierigkeiten lägen einerseits in der unterschiedlichen Auffassung der Ekklesialität (die Kirche verwirklicht sich nach protestantischer Auffassung in den konkreten Gemeinden, die zur Feier der Liturgie zusammenkommen), andererseits in ihrer sakramentalen Dimension. Schließlich stehe noch die Frage offen, ob sich die protestantischen Kirchen im Bruch mit ihrer 1500-jährigen Vorgeschichte sehen oder in ihrer Kontinuität. Kardinal Koch hofft auch im Hinblick auf das Jubiläum im Jahre 2017 auf die letztere Antwort.
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