Reinhard Cardinal Marx Reinhard Cardinal Marx
Function:
Archbishop of Munich and Freising
Title:
Birthdate:
Sept 21, 1953
Country:
Germany
Elevated:
Nov 20, 2010
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German Kardinal Marx: Wir brauchen den immer neuen Aufbruch
Dec 09, 2015
Predigt zu Konzilsjubiläum: Kirche muss Armut und Not als Zeichen aufnehmen und konkret handeln.

08.12.2015

Die Kirche ist nach Worten von Kardinal Reinhard Marx nicht nur zu „intellektueller Zeitgenossenschaft“ aufgerufen, sondern zum konkreten Handeln verpflichtet. „Die Kirche muss deutlich machen, dass sie Zeichen wie Armut, Not der Flüchtlinge, Klimawandel aufnimmt und dass sie teilnimmt an der Heilung der Welt“, sagte der Erzbischof von München und Freising, der auch Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist, am Dienstag, 8. Dezember, bei einem feierlichen Gottesdienst zum 50. Jahrestag der Beendigung des Zweiten Vatikanischen Konzils im Münchner Liebfrauendom.

Die „großartigen Texte“ des Zweiten Vatikanischen Konzils seien nicht museale Schätze, die es nur aufzubewahren gelte. „Sie sind eine Quelle der Inspiration, um weiterzudenken und voranzuschreiten, damit wir uns in die Sendung der Kirche neu einfügen lassen. Wir brauchen den immer neuen Aufbruch“, erklärte Kardinal Marx.

Der Kardinal erinnerte auch daran, dass das Konzil betont habe, dass die Kirche keine Zweiklassengesellschaft aus Klerikern auf der einen und Laien auf der anderen Seite sei und dass alle Getauften und Gefirmten ihren je eigenen Auftrag zu erfüllen hätten. Was dies bedeute, sei aber längst nicht ausgeschöpft. „Wir im Erzbistum sprechen von einer an Charismen orientierten Pastoral. Wir wollen entdecken, dass der Herr uns nicht nur Priester, sondern viele Menschen mit ihrer Sendung schenkt“, so der Erzbischof: „Diese Erkenntnis einzubringen ist eine Aufgabe, die wir weiter vorantreiben müssen.“

Schließlich spreche Papst Franziskus von einer „synodalen Kirche“. „Auch das ist ein Auftrag weiterzudenken, was der Gedanken der Teilnahme aller bedeutet“, sagte der Kardinal. Hierbei gehe es auch um „die Neuentdeckung des Zueinanders von Universalkirche und Ortskirchen. Das Miteinander aller Menschen sei kein Traum: „Die Menschheitsfamilie ist Realität. Sie kann sichtbar werden in dem einen Volk Gottes, das gemeinsam unterwegs ist.“

Bei dem Gottesdienst, der am Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria stattfand, erinnerte der Kardinal auch an den früheren Münchner Erzbischof und Konzilsmoderator Kardinal Julius Döpfner. Dieser war am 10. Dezember 1965 nach seiner Rückkehr vom Konzil in Rom im Münchner Dom in einem Gottesdienst offiziell von seiner Diözese und dem Domkapitel empfangen worden.

Das Konzil wollte die Kirche durch eine Reform ihrer Strukturen in eine neue Zeit führen und den Weg für die Einheit der Christen ebnen wie auch das Verhältnis zu den nichtchristlichen Religionen neu bestimmen. Die Versammlung verabschiedete insgesamt 16 Dokumente. Unter anderem wurde eine umfassende Reform der Feier der Gottesdienste beschlossen und die Rolle der Laien in der Kirche unterstrichen.

Quelle: Pressestelle Erzbistum München und Freising

http://www.dbk.de/nc/presse/details/?presseid=2996
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