Miloslav Cardinal Vlk † Miloslav Cardinal Vlk †
Function:
Former Archbishop of Praha, Czechia
Title:
Cardinal Priest of S Croce in Gerusalemme
Birthdate:
May 17, 1932
Country:
Czechia
Elevated:
Nov 26, 1994
More information:
www.catholic-hierarchy.org
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German Kardinal Vlk: "Katholiken erhoffen sich Stärkung durch Papstbesuch"
Sept 28, 2009
Entwicklung eines lebendigen Laienapostolats primäre Aufgabe für die katholische Kirche in der Tschechischen Republik

Prag, 21.09.2009 (KAP) "Die Katholiken in der Tschechischen Republik erhoffen sich durch den Papstbesuch eine Stärkung des Glaubens im Land", betonte der tschechische Primas, Kardinal Miloslav Vlk, in einem Interview mit dem slowakischen katholischen TV-Sender "Tele Lux". 40 Jahre der Repression und Verfolgung unter dem Kommunismus hätten besonders die Entwicklung eines lebendigen Laienapostolats behindert, so Kardinal Vlk. Es sei deshalb notwendig, diese Aktivität anzukurbeln und die Laienchristen an der Seelsorgearbeit zu beteiligen.

In einem Interview mit der "Passauer Neuen Presse" sagte der Erzbischof von Prag, dass die Kirche in der Tschechischen Republik auf den Freiraum, den sie nach der "Wende" erlangte, nicht genügend vorbereitet war. Der Kommunismus habe sie sehr in Schach gehalten: "Das kirchliche Leben konzentrierte sich strikt auf die Kirchen und Sakristeien, Priester und Laien durften nicht zusammenarbeiten. Dieses Erbe heißt es zu überwinden. Laien müssen aktiv werden, und Priester müssen sich klar darüber sein, dass predigen nicht ausreicht. Es ist notwendig, das Evangelium zu leben und Zeugnis abzulegen. Eine säkularisierte Gesellschaft will sehen, nicht hören".

Der tschechische Primas verwies darauf, dass die Nachwirkungen der kommunistischen Herrschaft auch im Bereich der Aussöhnung mit den deutschen Nachbarn noch zu spüren seien. Wörtlich sagte Vlk: "Die Bischofskonferenzen wechselten Briefe, in denen um Vergebung für vergangenes Unrecht gebeten und die Hand zur Versöhnung ausgestreckt wurde. Es gab die 'Marienbader Gespräche', wo versucht wurde, Wunden der Vergangenheit aufzuarbeiten. In kirchlichen Kreisen war die Bereitschaft zur Aussöhnung spürbar, und wir hofften, damit ein Zeichen für die Zivilgesellschaft zu setzen. Doch das ist leider nicht gelungen".

Der Kommunismus habe ein Feindbild gebraucht und die Idee des vermeintlichen deutschen Revanchismus genährt, so Vlk. Den Menschen wurde eingeflößt, dass auf der anderen Seite der Grenze Leute leben, die ihre Sicherheit bedrohen, die kommen wollen, um ihnen alles wegzunehmen: "Das blieb haften". Zudem hätten Politiker auf beiden Seiten, aber speziell in der Tschechischen Republik den Nationalismus als Trumpf bei den Wahlen und bei anderen Gelegenheiten benutzt.

Vlk erinnerte zugleich daran, dass die tschechischen Bischöfe nach 1945 die Prager Regierung aufgefordert hatten, bei der Vertreibung der deutschsprachigen Bewohner Böhmens und Mährens nicht das Prinzip der Kollektivschuld anzuwenden und Humanität walten zu lassen. Das gehe aus einem Hirtenbrief und aus einem an die Regierung adressierten Memorandum hervor. Leider sei wenig davon in der Öffentlichkeit bekannt. Kürzlich sei aber auch aus einigen Dokumenten der einstigen Geheimpolizei StB ersichtlich geworden, dass während des "Prager Frühlings" im Jahre 1968 der tschechische Bischof Stepan Trochta und der deutsche Bischof Adolf Kindermann die Möglichkeit eines Versöhnungstreffens deutscher und tschechischer Katholiken in Litomerice (Leitmeritz) besprachen.

In dem Interview dankte Vlk den bayrischen und österreichischen Christen für deren Hilfe bei der Erneuerung von verwahrlosten Kirchen und Friedhöfen im Grenzland. Die Diözesen Passau und Linz hätten bereits in Zeiten des Kommunismus auf diskrete Weise ideell und auch finanziell geholfen. 1990 habe er als Bischof von Budweis (Ceske Budejovice) sofort Kontakt mit den Nachbarbischöfen aufgenommen, erinnerte sich Vlk. Mit den damaligen Bischöfen Franz Eder (Passau) und Maximilian Aichern (Linz) sei er persönlich befreundet.
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