Miloslav Cardinal Vlk † Miloslav Cardinal Vlk †
Function:
Former Archbishop of Praha, Czechia
Title:
Cardinal Priest of S Croce in Gerusalemme
Birthdate:
May 17, 1932
Country:
Czechia
Elevated:
Nov 26, 1994
More information:
www.catholic-hierarchy.org
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German Vom Fensterputzer zum Kardinal
Nov 01, 2014
Mit elf Jahren spürt der Gymnasiast Miloslav Vlk aus dem böhmischen Budweis, dass er Priester werden möchte.

Viele Jahre wird er warten müssen, bis diese Berufung Realität wird. Matura 1952, fortwährende Drangsalierung der Kirche durch die kommunistischen Machthaber, notgedrungen Studium der Archivistik.

Erst 1968 erfolgt die Priesterweihe. Doch die „Lizenz“, als Gemeindepriester zu wirken, nehmen ihm die Parteibonzen immer wieder ab. So verdingt sich Vlk als Fensterputzer: „Wir wollten auf der Straße unter den Menschen sein!“, sagte der emeritierte Erzbischof jetzt auf dem spannenden Forum „Zeugen für Gott – Glauben in kommunistischer Zeit“ im Franz-Hitze-Haus in Münster.

Erst mit der Wende 1989 ist die Kirche in der Tschechoslowakei wirklich frei. Vlk steigt 1990 zum Bischof von Budweis auf, wird 1991 Erzbischof von Prag und 1994 Kardinal. Er gilt später sogar als papabile. Ein wundersamer Lebensweg.

25 Jahre nach dem Fall der Mauer haben offenbar schon viele vergessen, welch teuflischen Methoden der Verfolgung Millionen Christen jenseits des Eisernen Vorhangs ausgesetzt waren. Um so wichtiger ist es, Zeugnisse aus jener Zeit weiterzugeben, die von den Mühen und Drangsalen berichten. Solche Zeitzeugnisse finden sich in einem neuen Buchprojekt, das die Aktion Renovabis und der Verlag Aschendorff in Münster am Donnerstagabend bei einem Forum im Franz-Hitze-Haus in Münster präsentierten, in dessen Verlauf auch die orthodoxe Schwester Anuvia Vinogradova aus Moskau von ihrem Lebensweg in atheistischer Umgebung bis hin zu später Taufe und Klostereintritt erzählte.

Doch zurück zum Buch: Der münsterische Theologe, Ökumene- und Ostkirchenexperte Prof. Thomas Bremer sowie Renovabis-Geschäftsführer Burkhard Haneke stellen in dieser Publikation 17 Lebensläufe von überzeugten Christen aus Osteuropa vor. „Die in diesem Band präsentierten Frauen und Männer legen eindrucksvoll Zeugnis davon ab, wie Christen in schweren Zeiten ihren Glauben bekannt haben und für ihn eingestanden sind“, schreibt Bremer in dem Vorwort des ersten Bandes, dem noch ein zweiter folgen wird.

„Gerade in der jüngeren Generation ist zu wenig bekannt über diese Schicksale“, unterstreicht Pater Stefan Dartmann, Hauptgeschäftsführer des Hilfswerks Renovabis, die Bedeutung einer schriftlichen Überlieferung dieser Glaubenszeugen und Glaubenszeugnisse. Eine der spannendsten Geschichten im Buch rankt sich um den tschechischen Arzt Silvester Krčméry, der als junger Mann das Johannesevangelium in russischer Sprache auswendig gelernt hat. Das ist ihm Kraftquelle in vielen Jahren von Haft und Folter. In einer Zeit grassierender Gleichgültigkeit und Wohlstandsverwahrlosung stimmen solche anrührenden Glaubenszeugnisse zutiefst nachdenklich.
Zum Thema

Thomas Bremer/Burkhard Haneke (Hg.): Zeugen für Gott. Glauben in kommunistischer Zeit. Aschendorff-Verlag, 276 Seiten, 19.95 Euro.

http://www.wn.de/Welt/Kultur/1775013-Zeitzeugen-berichten-ueber-ihren-Glauben-in-Zeiten-kommunistischer-Diktatur-Vom-Fensterputzer-zum-Kardinal
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