Miloslav Cardinal Vlk † Miloslav Cardinal Vlk †
Function:
Former Archbishop of Praha, Czechia
Title:
Cardinal Priest of S Croce in Gerusalemme
Birthdate:
May 17, 1932
Country:
Czechia
Elevated:
Nov 26, 1994
More information:
www.catholic-hierarchy.org
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German Kardinal Vlk wird 80: Feiern in Prag und südböhmischer Heimat
May 06, 2012
Zum Festgottesdienst im Veitsdom am 18. Mai werden zahlreiche ausländische Gäste erwartet

Prag, 30.04.2012 (KAP) Der Alterzbischof von Prag, Kardinal Miloslav Vlk, vollendet am 17. Mai sein 80. Lebensjahr. Aus diesem Anlass lädt Vlks Nachfolger, Kardinal Dominik Duka, am 18. Mai um 18 Uhr zu einem Festgottesdienst in den Prager Veitsdom ein. Dazu werden auch zahlreiche ausländische Gäste erwartet. Bereits am 8. Mai zelebriert Kardinal Vlk einen Festgottesdienst in der Prager Herz-Jesu-Kirche: Das Gotteshaus wurde am 8. Mai 1932 geweiht und ist daher fast gleich alt wie der Prager Alterzbischof.

An zwei Orten, die mit Kardinal Vlks Lebenslauf verbunden sind, feiert der Jubilar seinen Geburtstag mit den örtlichen Katholiken nach: am 28. Mai im nahe gelegenen Budweis (Ceske Budejovice), wo Vlk als Monteur in der Fabrik "Motor Union", später als Archivdirektor und schließlich als Sekretär von Bischof Josef Hlouch gearbeitet hat. Ihm folgte Vlk nach 18-jähriger Sedisvakanz 1990 auch im Amt nach. 1991 wurde er zum Erzbischof von Prag ernannt. Kurz vor dem Termin in Budweis feiert Vlks in Chysky (Südböhmen), seiner Heimatpfarre.

Bestandteil der Geburtstagsfeiern ist auch ein Symposion am 28. Mai, das die Katholisch-Theologische Fakultät der Prager Karlsuniversität ausrichtet. Kardinal Vlks wird selbst daran teilnehmen. Diskutiert werden Themen, die mit seinem Leben und seelsorglichen Wirken als Christ, Priester und Bischof zusammenhängen.

Im Verlag Popron erscheinen die Audio-Memoiren des Jubilars, die auch Erinnerungen an seine Begegnungen mit Papst Johannes Paul II. umfassen.

Kardinal Miloslav Vlk wurde am 17. Mai 1932 im südböhmischen Liznice geboren. Seine Kindheit erlebte er in Chysky, wo er die Volksschule besuchte und in der kleinen Landwirtschaft seiner Eltern helfen musste. Nachdem er sich früh entschlossen hatte, Priester zu werden, konnte er nach der Matura nicht Theologie studieren; der Staat hatte sämtliche Seminare aufgelöst. Vom Besuch eines "Staatsseminars" rieten die Bischöfe ab.

Vlk arbeitete in einer Fabrik und absolvierte den Militärdienst. Danach gewährte ihm der Staat den Besuch einer Hochschule: So studierte er Archivwissenschaften und wurde schließlich Direktor des Bezirks- und Staatsarchivs in Budweis.

Doch Vlks Wille, der Priester-Berufung zu folgen, bestand nach wie vor. So nahm er 1964 nach Beratungen mit seinem Bischof das Theologiestudium in Litomerice auf. Danach wurde er im Juni 1968 zum Priester geweiht und arbeitete als Sekretär des Bischofs von Budweis.

Anschließend war Vlk in der Seelsorge tätig. 1978 belegten ihn die Behörden mit einem Berufsverbot. Er schlug sich mit Gelegenheitsarbeiten durch und arbeitete u. a. als Fensterputzer. Heimlich wirkte er als Seelsorger im Untergrund. Erst 1986 erhielt er wieder die staatliche Erlaubnis, als Priester arbeiten zu dürfen.

Nach der "Samtenen Revolution" wurde Vlk 1990 Bischof der Diözese Budweis. Ein Jahr später ernannte ihn Papst Johannes Paul II. als Nachfolger von Kardinal Frantisek Tomasek zum Erzbischof der Hauptstadt. 1994 verlieh ihm Johannes Paul II. die Kardinalswürde.

Vlk hatte von 1993 bis 2001 auch den Vorsitz des "Rates der Europäischen Bischofskonferenzen" (CCEE) inne. Seit der politischen "Wende" von 1989 setzte er sich mit ganzer Kraft für den Wiederaufbau der katholischen Kirche seines Landes ein. Von 1993 bis 2000 war er Vorsitzender der Tschechischen Bischofskonferenz.

Gemäß dem Kirchenrecht hatte Vlk 2007 Papst Benedikt XVI. mit Erreichen der Altersgrenze seinen Rücktritt angeboten. Der Papst wollte jedoch, dass Vlk noch einige Zeit im Amt bleibt - nicht zuletzt ging es auch um dessen Gastgeberrolle beim Papstbesuch 2009 in Prag und Stara Boleslav.

Nach dem 80. Geburtstag Vlks sinkt die Zahl der wahlberechtigten Kardinäle auf 122 - sie dürfen das 80. Lebensjahr noch nicht erreicht haben.

Vlks spirituelle Heimat ist die Fokolar-Bewegung. Ein großes Anliegen ist ihm die Zuwendung zu den der Kirche Entfremdeten. Bald nach dem Fall des Eisernen Vorhangs schrieb er einen "Versöhnungsbrief" und verurteilte die Vertreibung der deutschsprachigen Bewohner Böhmens und Mährens nach dem Zweiten Weltkrieg. Mehrfach thematisierte er die Herausforderung des Materialismus und kritisierte den westlichen Konsumismus.

Die Prager Herz-Jesu-Kirche, die am 8. Mai 1932 geweiht wurde, ist der markanteste Bau im Stadtteil Vinohrady. Sie ist ein Hauptwerk des slowenischen Architekten Josef Plecnik, der in Wien-Ottakring die Heiligen-Geist-Kirche geschaffen hat. Derzeit läuft die Bewerbung der Prager Kirche um Aufnahme ins Verzeichnis des UNESCO-Welterbes.

http://www.kathweb.at/site/nachrichten/database/46559.html
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