Angelo Cardinal Scola Angelo Cardinal Scola
Function:
Patriarch of Milano, Italy
Title:
Cardinal Priest of Seven Most Holy Apostles
Birthdate:
Nov 07, 1941
Country:
Italy
Elevated:
Oct 21, 2003
More information:
www.catholic-hierarchy.org
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German Kardinal Scola wird 70
Nov 09, 2011
Mailands prominenter Bischofssitz ist wieder einmal Wirkungsort eines renommierten Theologen

Mailand, 05.11.2011 (KAP) Kardinal Angelo Scola, Erzbischof von Mailand, vollendet am Montag sein 70. Lebensjahr. Der Italiener zählt zu den profiliertesten Theologen im Kardinalskollegium. Im Juni berief ihn Papst Benedikt XVI. an die Spitze der nach Rom prestigeträchtigsten Diözese in Italien; zuvor war er seit 2002 Patriarch von Venedig.

Scola wurde am 7. November 1941 in Malgrate am Comer See als Sohn eines Lastwagenfahrers geboren. Nach dem Studium in Mailand und der Priesterweihe 1970 schrieb er an der Schweizer Universität Fribourg seine theologische Doktorarbeit. 1979 wurde er dort Assistent des bekannten deutschen Philosophen Otfried Höffe; es folgte ein Lehrauftrag für Moraltheologie.

1982 wechselte Scola als Professor an die Lateran-Universität in Rom. In jenen Jahren war er auch Berater der vatikanischen Glaubenskongregation. Bis zu seiner Bischofsweihe 1991 war er zudem in der geistlichen Bewegung "Communione e liberazione" aktiv.

1991 betraute Papst Johannes Paul II. Scola mit der Leitung der toskanischen Diözese Grosseto. Vier Jahre später kehrte er nach Rom zurück und wurde Rektor der Lateran-Universität. Dieses Amt bekleidete er bis zu seiner Ernennung zum Patriarchen von Venedig im Jänner 2002; ein Jahr später wurde er Kardinal. Scola ist Mitglied der vatikanischen Gottesdienstkongregation und der Kleruskongregation. Außerdem gehört er dem Laienrat sowie den Kurienbehörden für Familie, für Kultur und für die Neuevangelisierung an.

Der Erzbischof der nach Rom zweitwichtigsten Diözese Italiens hat jenen Bischofsstuhl inne, auf dem bereits die Heiligen Ambrosius (339-397) und Karl Borromäus (1538-1584) saßen. Scolas Äußerungen, seine Predigten und gesellschaftlichen Kommentare finden Resonanz in den Medien des ganzen Landes. Als Erzbischof von Mailand steht er in der öffentlichen Wahrnehmung auf einer Stufe mit dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Kardinal Angelo Bagnasco von Genua.

Schon lange vor seiner Ernennung für Mailand galt Scola als Favorit für die Nachfolge von Kardinal Dionigi Tettamanzi, der Ende Juni mit 77 Jahren sein Amt als Erzbischof von Mailand niederlegte. Für Scola war es eine Rückkehr in die Heimat.

Seine geistige Heimat hat der Kardinal bei "Comunione e Liberazione". Der Bewegung gehörte er bis zu seiner Bischofsernennung an, zeitweise auf der Leitungsebene. Aufgrund der Erfahrungen aus jenen Jahren kann Scola, der schon als Student in Mailand in den heißen 1960er-Jahren von sich reden machte, Intellektuelle ebenso begeistern wie Jugendliche.

Mit Johannes Paul II., der ihn zum Rektor der Lateran-Universität sowie zum Patriarchen von Venedig machte, verband ihn die Spezialisierung auf christliche Anthropologie. Zudem gehörte er zu den Mitbegründern der internationalen theologischen Zeitschrift "Communio", die für eine kirchliche Erneuerung in Kontinuität steht.

Schon in Venedig erhob Scola warnend seine Stimme gegen die allzu rücksichtlose Ausbeutung des Menschen als "Faktor Arbeit". Zugleich positionierte er sich deutlich für den Schutz und die Förderung der Familie; Themen, die er auch in Mailand aufgreift.

Gerade das Thema Familie wird den Mailänder Erzbischof in den nächsten Monaten ganz besonders beschäftigen. Im kommenden Juni findet in seiner Bischofsstadt der katholische Weltfamilientag statt. Das Motto lautet: "Die Familie, die Arbeit und das Feiern". Zu diesem Anlass wird auch der Papst in der lombardischen Hauptstadt erwartet.
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